Aufbaukurs - Ultraschallgeführte Interventionen im Rettungsdienst

Aufbaukurs

Ultraschallgeführte Interventionen im Rettungsdienst

Aufbaukurse sind Postgraduierten-Kurse zur Vertiefung/Intensivierung spezieller Fachgebiete. Voraussetzungen für die Kursteilnahme: Grundkurs Notfallsonographie oder Grundkurs Sonografie in Akutsituationen (Sektion Anästhesie).

Übersicht der Kursanforderungen:

  • Der Aufbaukurs dauert mind. 18 Kursstunden a 45 Minuten zzgl. Pausen. Der Inhalt sollte über mehrere Tage verteilt werden.
  • Der Anteil praktischer Übungen beträgt mind. 50%.
  • Verantwortlich für den wissenschaftlichen Inhalt ist ein DEGUM-Kursleiter aus dem Arbeitskreis Notfallmedizin, der während des Kurses anwesend ist.
  • Die einzelnen Präsentationen zu den jeweiligen Themen sollten kurz sein – ideal maximal 20 min. jedoch nach Möglichkeit nicht länger als 30 min.

Inhalte:

I) Sonografische Punktionstechniken und Gefäßzugänge

  • Sonografische Punktions- und Nadelführungstechniken (Wiederholung)
  • System- und Schallkopftechnologie präklinisch nutzbarer HHUS (HandHeld Ultraschallsysteme), Bildoptimierung
  • Zentrale und epifasziale periphere Gefäßzugänge (periphere epifasziale Venen, Vv. brachiocephalica et jugularis, V. femoralis)

II) Grundsätze peripherer Regionalanalgesieverfahren im Rettungsdienst:

  • Spezielle Anforderungen und Limitationen peripherer Regionalanalgesieverfahren in der Präklinik
  • Allgemeine Grundsätze zur präklinischen Anwendung peripherer Regionalanalgesieverfahren (Indikationen, LA-Auswahl, Injektionstechniken, Dokumentation)

III) Spezielle Diagnostik

  • Gelenksonografie nach Trauma (Fokus Erguss)
  • Frakturen incl. Weichteilschaden

IV) Spezielle Anwendungen an der oberen Extremität

  • Sonoanatomie und Injektionsorte für differenzierte Analgesieverfahren bei Schulterluxationen und proximalen Humerus- und Claviculafrakturen
  • Sonoanatomie und Injektionsorte für differenzierte Plexus brachialis Blockaden bei Verletzungen an Arm und Hand
  • Sonoanatomie und Injektionsorte für Einzelnervenblockaden an der oberen Extremität

V) Spezielle Anwendungen an der unteren Extremität

  • Sonoanatomie und Injektionsorte für Einzelnerven- und Faszienblockaden bei hüftgelenksnahen Femurfrakturen
  • Sonoanatomie und Injektionsorte für Einzelnervenblockaden für differenzierte Regionalanalgesieverfahren bei Femur- und Kniegelenkstrauma
  • Sonoanatomie und Injektionsorte für Einzelnervenblockaden für differenzierte Regionalanalgesieverfahren bei Sprunggelenksluxationen und sonstigen Verletzungen an Unterschenkel und Fuß

VI) Spezielle Anwendungen an der Thoraxwand

  • Sonoanatomie und Injektionsorte für anteriore und laterale Blockaden an der Thoraxwand
  • Sonoanatomie und Injektionsorte für Erector spinae plane Blockaden und Retrolaminarblockaden bei exazerbierten Rückenschmerzen

Umsetzung:
Im Aufbaukurs „Ultraschallgeführte Interventionen im Rettungsdienst“ werden gezielt sonografisch gesteuerte interventionelle Techniken vermittelt, die auch unter den herausfordernden präklinischen Bedingungen effektiv umsetzbar sind. Der Fokus liegt auf praktikablen Interventionen wie Gefäßzugänge und regionale Analgesieverfahren, um damit das Spektrum von Notärztinnen und Notärzten sinnvoll zu erweitern. Hier ist das Anforderungsprofil den präklinischen Bedingungen angepasst, die vor allem im Hinblick auf Bildqualität und Zeitdruck nicht mit den innerklinischen Umständen gleichzusetzten sind.

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