Aufbaukurse
Aufbaukurs Notfallsonografie
Aufbaukurse sind Postgraduierten-Kurse zur Vertiefung/Intensivierung spezieller Fachgebiete. Voraussetzungen für die Kursteilnahme: Grundkurs Notfallsonografie.
Übersicht der Kursanforderungen:
- Die Aufbaukurs Notfallsonografie dauert mind. 16 Unterrichtseinheiten á 45 Minuten zzgl. Pausen. Der Inhalt sollte über mehrere Tage verteilt werden.
- Der Anteil praktischer Übungen beträgt mind. 50% (die Hälfte hiervon kann ggf. auch am Simulator od. als Videodemonstrationen mit Diskussion erfolgen).
- Praxisteil: Kleingruppen von maximal fünf Teilnehmern pro Gerät und Ausbilder. In begründeten Ausnahmen (kurzfristiger Ausfall eines Tutors o.ä.) sind sechs Teilnehmer pro Gerät und Ausbilder zulässig.
- Verantwortlich für den wissenschaftlichen Inhalt ist ein DEGUM-Kursleiter aus dem Arbeitskreis Notfallsonografie, der während des Kurses in Vollzeit anwesend sein muss. Die Verantwortlichkeit kann auf mehrere Kursleiter verteilt werden. Der verantwortliche Kursleiter muss sowohl als Vortragender, als auch als Tutor in den praktischen Übungen beteiligt sein.
- Die einzelnen Präsentationen zu den jeweiligen Themen sollten adäquat kurz, jedoch nicht kürzer als 15 min und nicht länger als 30 min sein.
- Blended learning sollte entwickelt werden und kann als Zusatz Berücksichtigung finden.
Inhalte:
I) Grundlagen
- B-Bild-Sonografie (Wiederholung)
- System- und Schallkopftechnologie, Bildoptimierung
- Dopplerverfahren einschl. Artefakte, Bildoptimierung und Pitfalls
II) Sonografische Elemente – Trauma
- FAST (Wiederholung), CEUS bei Abdominaltrauma
- Gelenksonografie nach Trauma (Fokus Erguss)
- Frakturen incl. Weichteilschaden
III) Sonografische Elemente – Thoraxsonografie
- Lungensonografie bei kritisch Kranken
- Atemwege, Atemwegsmanagement
- Pleuraerguss
- Differentielle Diagnostik der Lungenkonsolidierung und interstitielles Syndrom (Pneumonie, Atelektasen, Lungenödem, Lungenembolie, Kontusion)
- Pneumothorax
IV) Sonografische Elemente – Abdomensonografie
- Sonoanatomie der Abdominalgefäße (Wiederholung, incl. Pathologien)
- Pankreas incl. Pathologien
- Intra- und extrahepatische Gallenwege, Gallenblase (Wiederholung, incl. Pathologien)
- Pathologien des Darmes (Appendizitis, Ileus, Magen, Motilitätsstörungen, Colitis, Divertikulitis, Perforation)
- Abszesse
V) Sonografische Elemente – sonstige Notfälle
- Nervus opticus bei Hirndruck
- Schwierige Gefäßzugänge
- Thrombosediagnostik der oberen Extremität
- Sonoanatomie der extrakraniellen hirnversorgenden Gefäße
VI) Sonografische Elemente – fokussierte Echokardiografie
- Standardanlotungen (Wiederholung)
- Regionale Wandbewegungsstörungen
- Fokussierte Klappendiagnostik
- Aortendissektion (suprasternal / abdominal)
VII) Klinische Fälle (obligat)
Da das Ziel der Notfallsonografie vor allem in symptomorientierter klinischer Diagnostik liegt, ist im Aufbaukurs eine fallbasierte Vermittlung von Pathologien zu bevorzugen. Die zu behandelnden Fälle sollten auch die Lehrinhalte des Grundkurses beinhalten. Fallbasiertes Lernen kann dabei u.a. sehr gut als Szenario im praktischen Teil verwirklicht werden.
z.B.:
- Der Patient mit Dyspnoe
- Der Patient mit akutem Abdomen
- Der Patient mit kritischer Extremität
- Der Patient mit unklarer Hypotonie / Schock
- Der polytraumatisierte Patient
- Der Patient mit Brustschmerz
Umsetzung:
Das Kurscurriculum muss mind. zu 80 Prozent erfüllt sein. Durch diese Regelung besteht für die Kursleiter die Möglichkeit, den Aufbaukurs durch individuelle Schwerpunkte zu modifizieren.
Zertifizierte Kurse finden Sie im: Kursportal der Ultraschall-Akademie der DEGUM
Aufbaukurs Sonografie im Rettungsdienst
Aufbaukurse sind Postgraduierten-Kurse zur Vertiefung/Intensivierung spezieller Fachgebiete. Voraussetzungen für die Kursteilnahme: Grundkurs Notfallsonographie oder Grundkurs Sonografie in Akutsituationen (Sektion Anästhesie).
Übersicht der Kursanforderungen:
- Der Aufbaukurs dauert mind. 18 Kursstunden a 45 Minuten zzgl. Pausen. Der Inhalt sollte über mehrere Tage verteilt werden.
- Der Anteil praktischer Übungen beträgt mind. 50%.
- Verantwortlich für den wissenschaftlichen Inhalt ist ein DEGUM-Kursleiter aus dem Arbeitskreis Notfallsonografie, der während des Kurses anwesend ist.
- Die einzelnen Präsentationen zu den jeweiligen Themen sollten kurz sein – ideal maximal 20 min. jedoch nach Möglichkeit nicht länger als 30 min.
Inhalte:
I) Sonografische Punktionstechniken und Gefäßzugänge
- Sonografische Punktions- und Nadelführungstechniken (Wiederholung)
- System- und Schallkopftechnologie präklinisch nutzbarer HHUS (HandHeld Ultraschallsysteme), Bildoptimierung
- Zentrale und epifasziale periphere Gefäßzugänge (periphere epifasziale Venen, Vv. brachiocephalica et jugularis, V. femoralis)
II) Grundsätze peripherer Regionalanalgesieverfahren im Rettungsdienst:
- Spezielle Anforderungen und Limitationen peripherer Regionalanalgesieverfahren in der Präklinik
- Allgemeine Grundsätze zur präklinischen Anwendung peripherer Regionalanalgesieverfahren (Indikationen, LA-Auswahl, Injektionstechniken, Dokumentation)
III) Spezielle Diagnostik
- Gelenksonografie nach Trauma (Fokus Erguss)
- Frakturen incl. Weichteilschaden
IV) Spezielle Anwendungen an der oberen Extremität
- Sonoanatomie und Injektionsorte für differenzierte Analgesieverfahren bei Schulterluxationen und proximalen Humerus- und Claviculafrakturen
- Sonoanatomie und Injektionsorte für differenzierte Plexus brachialis Blockaden bei Verletzungen an Arm und Hand
- Sonoanatomie und Injektionsorte für Einzelnervenblockaden an der oberen Extremität
V) Spezielle Anwendungen an der unteren Extremität
- Sonoanatomie und Injektionsorte für Einzelnerven- und Faszienblockaden bei hüftgelenksnahen Femurfrakturen
- Sonoanatomie und Injektionsorte für Einzelnervenblockaden für differenzierte Regionalanalgesieverfahren bei Femur- und Kniegelenkstrauma
- Sonoanatomie und Injektionsorte für Einzelnervenblockaden für differenzierte Regionalanalgesieverfahren bei Sprunggelenksluxationen und sonstigen Verletzungen an Unterschenkel und Fuß
VI) Spezielle Anwendungen an der Thoraxwand
- Sonoanatomie und Injektionsorte für anteriore und laterale Blockaden an der Thoraxwand
- Sonoanatomie und Injektionsorte für Erector spinae plane Blockaden und Retrolaminarblockaden bei exazerbierten Rückenschmerzen
Umsetzung:
Im Aufbaukurs „Sonografie im Rettungsdienst“ werden gezielt sonografisch gesteuerte interventionelle Techniken vermittelt, die auch unter den herausfordernden präklinischen Bedingungen effektiv umsetzbar sind. Der Fokus liegt auf praktikablen Interventionen wie Gefäßzugänge und regionale Analgesieverfahren, um damit das Spektrum von Notärztinnen und Notärzten sinnvoll zu erweitern. Hier ist das Anforderungsprofil den präklinischen Bedingungen angepasst, die vor allem im Hinblick auf Bildqualität und Zeitdruck nicht mit den innerklinischen Umständen gleichzusetzten sind.
