DEGUM-Stufe II

Die weiterführende sonographische Diagnostik gemäß der DEGUM-Stufe II dient schwerpunktmäßig der Erkennung fetaler Entwicklungsstörungen in speziellen Risikokollektiven. Die Indikationen sind in den Mutterschaftsrichtlinien definiert (Anlage 1c). In der Stufe I erkannte Auffälligkeiten werden weiter abgeklärt, evtl. in Kooperation mit Untersuchern der Stufe III.

Ablauf

Die Begutachtung der Zertifizierungs- und Rezertifizierungsanträge der Stufe II erfolgt durch den Leiter, die Mitglieder des Boards und den Mitgliedern der Stufe III der Sektion.

Es ist den Gutachtern vorbehalten Bilder vom Antragsteller nachzufordern. In diesem Fall erfolgt die Nachbegutachtung durch denselben Auditor. Wird ein Antrag abgelehnt, kann innerhalb von drei Monaten Einspruch bei der Geschäftsstelle Büro Berlin erhoben werden. In diesem Fall erfolgt ein Zweitgutachten durch einen neuen, durch das Board bestimmten, Auditor. Bei zweimaliger Ablehnung muss ein Neuantrag gestellt werden.

Die Zertifizierung ist personenbezogen und gilt für 6 Jahre. Das Mitglied ist verpflichtet, seine Rezertifizierung 3 Monate vor Ablauf der Frist selbst zu beantragen. Wenn dies nicht erfolgt, kann die Geschäftsstelle bis maximal 3 Monate nach Ablauf der Frist eine einmalige Erinnerung erstellen. 3 Monate nach Ablauf der Frist  oder Erteilung der Erinnerung müssen die Unterlagen vollständig vorliegen, sonst erlischt die Zertifizierung und ein Neuantrag ist erforderlich.

Wer die Rezertifizierung verpasst, wird in die Stufe I zurückgestuft und muss einen kompletten Neuantrag stellen. Dieser Neuantrag beinhaltet den Nachweis von mindestens 12 DEGUM-zertifizierten Fortbildungen (aus den letzten 6 Jahren stammend) und die entsprechende Prüfung.
Gibt es schwerwiegende Gründe, die eine Fristverlängerung erforderlich machen, so kann ein entsprechender Antrag auf eine Fristverlängerung um ein Jahr an die Sektionsleitung gestellt werden. Die Entscheidung der Sektionsleitung ist eine personenbezogene Einzelfallentscheidung.

Wichtig: Mit der Erteilung der Zertifizierung beginnt der Zeitraum, aus dem die Fortbildungsnachweise für die bevorstehende Rezertifizierung stammen müssen.

Sollten Sie langfristig die nächst höhere Stufe anstreben, setzen Sie sich bitte rechtzeitig mit den Voraussetzungen auseinander.

Anforderungen Stufe II

  • DEGUM-Mitgliedschaft
  • Abgeschlossene Facharztausbildung
  • Mindestens zwei Jahre Stufe I
  • Nachweis von mindestens 30 selbst untersuchten Feten (aus den letzten 6 Jahren stammend), mehrheitlich aus dem Zeitraum 15. bis 24. SSW (14+0 - 23+6), mit dokumentierten Fehlbildungen (keine Marker!) unterschiedlicher Organsysteme (Kopf, Hals, Thorax, Abdomen, Extremitäten), sowie postnatale Follow-Up Berichte (maximal 10 Fälle aus Hospitationen), einzureichen ausschließlich im Papierformat
  • Bitte beachten Sie die Vorgaben für die Dokumentation der Anomalien, gültig ab 01.01.2018
  • Ausgefüllte und unterschriebene Fehlbildungsliste (s. Links)
  • Besondere apparative Ausstattung entsprechend der DEGUM-Geräteliste bzw. KBV-Richtlinien (Abdominal- und Vaginalsonden; Dopplereinrichtung, möglichst Farbdoppler; dynamische  Dokumentationsmöglichkeit, z. B. Video/Clips)
  • Mindestens vier aktuelle (aus den letzten 2 Jahren stammend) Fortbildungsnachweise (DEGUM-zertifizierte Kongresse und Kurse, z. B. Dreiländer-Treffen)
  • Wenn ein Antrag mit der Auflage des Nachreichens von Fällen zurückgestellt wird, so müssen die Fälle (mindestens fünf pro Jahr) aus den direkt nachfolgenden Jahren stammen
  • Die Anerkennung erfolgt nach einer abschließenden mündlichen und praktischen Prüfung, die von Mitgliedern der Stufe III vorgenommen wird (Wenn ein Kandidat durch die mündliche Prüfung fällt, so besteht die Möglichkeit der einmaligen Wiederholung bei einer anderen Prüfungskommission (jeweils ein Prüfer aus der Stufe II und der Stufe III) frühestens nach sechs Monaten aber innerhalb eines Jahres)
  • Es ist eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 55,00 € sowie die Prüfgebühr in Höhe von 250,00€ zu entrichten (s. Antragformular)

Rezertifizierung

  • Nachweis von 15 selbst untersuchten Feten (aus den letzten 6 Jahren stammend), mehrheitlich aus dem Zeitraum 15. bis 24. SSW (14+0 - 23+6), mit dokumentierten Fehlbildungen unterschiedlicher Organsysteme, sowie postnataler Follow-Up-Berichte (keine Hospitationsfälle, keine Marker). Einzureichen ausschließlich im Papierformat
  • Bitte beachten Sie die Vorgaben für die Dokumentation der Anomalien, gültig ab 01.01.2018
  • Ausgefüllte und unterschriebene Fehlbildungsliste (s. Links)
  • Nachweis der Teilnahme an mindestens zwölf von der DEGUM-zertifizierten Fortbildungsveranstaltungen in den letzten sechs Jahren
  • Wenn ein Antrag mit der Auflage des Nachreichens von Fällen zurückgestellt wird, so müssen die Fälle (mindestens fünf pro Jahr) aus den direkt nachfolgenden Jahren stammen
  • Es ist eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 55,00 € zu entrichten (s. Antragformular)

Ab dem 1. Januar 2015 gilt folgender Beschluss:
Ab dem 65. Lebensjahr besteht für alle zertifizierten DEGUM-Mitglieder in der Sektion Gynäkologie und Geburtshilfe keine Notwendigkeit einer erneuten Rezertifizierung mehr. Auf Wunsch kann diese aber weiterhin nach den bekannten Regularien erfolgen. Damit gilt die letzte erreichte Stufe nach dem 65. Lebensjahr lebenslang. Die Mitglieder der Sektion sollten das Erreichen der Altersgrenze der Geschäftsstelle der DEGUM anzeigen.

(Stand: 17.5.2017)