Fachgesellschaften stärker einbinden

12.09.2014 | DEGUM Aktuell, DEGUM - News/zu Sek u. AK

DEGUM positioniert sich zu IQWiG Methodenpapier 4.2

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) fordert Ergänzungen im überarbeiteten Methodenpapier des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). In ihrer Stellungnahme rät die DEGUM, deutlich mehr als bislang die Expertise medizinisch-wissenschaftlicher Fachgesellschaften und entsprechender Sachverständiger einzuholen. Viel zu kurz sei zudem der Zeitraum, in dem sich die Öffentlichkeit zu dem Entwurf äußern kann. Die vom IQWiG ausführlich beschriebene Datenerfassung und Auswertung begrüßt die DEGUM jedoch ebenso wie die Neuauflage der Gesundheitsinformationen für Bürger. Das IQWiG plant die „Allgemeinen Methoden“, in der Version 4.2 in Kürze zu veröffentlichen.

Die „Allgemeinen Methoden“ fassen zusammen, wie das IQWiG Nutzen und Schaden medizinischer Verfahren und Medikamente bewertet. Seit 2011 aktualisiert das Institut sein Methodenpapier in mehreren Schritten. Im Juni legte es den Entwurf für Version 4.2 vor. Er umfasst zwei bedeutende inhaltliche Änderungen: „Methoden zur Potenzialbewertung zu neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden gemäß Versorgungsstrukturgesetz“ sind darin ausführlich beschrieben. Die zuvor bereits überarbeiteten „Methoden zur Kosten-Nutzen-Bewertung (KNB)“ gehen als neues Kapitel 4 in die „Allgemeinen Methoden“ ein.

Dieses Kapitel thematisiert auch die Einholung medizinischer Expertise. „Hier sollten regelhaft jene medizinischen Fachgesellschaften den Auftrag zu einer Stellungnahme bekommen, in deren Fachbereich die jeweilige Bewertung fällt“, sagt Professor Dr. med. Karl Oliver Kagan, Autor der Stellungnahme der DEGUM aus Tübingen. Die Fachgesellschaften sollten dafür eigens Ansprechpartner aus ihren Reihen benennen. Diese einzubinden dürfe nicht länger optional sein, sondern müsse zur Pflicht werden. Das IQWiG sollte die benannten externen Sachverständigen im Internet transparent machen.  
Auch bei der Bewertung des Potenzials medizinischer Innovationen durch das IQWiG hält die DEGUM es für zwingend erforderlich, die medizinische Expertise der betreffenden Fachgesellschaften zu berücksichtigen. „Anträge für eine Potenzialbewertung zu stellen, muss zudem auch Gruppen ohne wirtschaftliches Interesse möglich sein“, betont Gynäkologe Karl Oliver Kagan. Derzeit sind dazu vor allem Hersteller von Medizinprodukten berechtigt.

Ein weiterer Auftrag des IQWiG ist es, Bürger über seine Arbeit und deren Ergebnisse zu informieren. Das Institut betreibt dafür das Portal „gesundheitsinformation.de“. Im Rahmen der Überarbeitung der Methoden legte es die Website im Februar 2014 mit einer überarbeiteten Struktur, Handhabung und Optik neu auf. Die DEGUM begrüßt dies ausdrücklich.

Interessierten Personen und Institutionen ermöglichte das IQWiG, bis zum 7. August 2014 zum aktuellen Entwurf Stellung zu nehmen. Die DEGUM fordert für die Zukunft ein längeres Zeitfenster. Nur so könnten die medizinischen Fachgesellschaften – auch in Urlaubszeiten – einen Sachverständigen benennen. Eingegangene Eingaben will das IQWiG entsprechend „würdigen“. Derzeit überarbeitet es die betreffenden Abschnitte des Entwurfs und veröffentlicht anschließend das Methodenpapier in der Version 4.2 im Internet.

Den Entwurf zum Methodenpapier 4.2. finden Sie auf der Homepage des IQWiG unter www.iqwig.de

Die Stellungnahme der DEGUM finden Sie hier.