05.09.2014 09:19 | Chirurgie / News

Ehrentafel der Sektion Chirurgie für Alfred Bunk

Am 29. März überreichte Leiter der Sektion Alfres Bunk die Ehrentafel im Zuge eines von ihm ausgerichteten Workshops.


Am 29. März 2014 fand in Dresden letztmalig vor Alfred Bunks Pensionierung der seit 2002 regelmäßig von ihm ausgerichtete Workshop zur Kontrastmittelsonographie statt. Unter den Referenten waren neben den Internisten W. Wermke (Charité), HP Weskott (Hannover), C. Görg (Marburg) und K. Stock (München) u. a. auch die Chirurgen S. Nöldeke (Garmisch) und M. Wüstner (Trier). In diesem Rahmen widmete DEGUM-Präsident Nöldeke einen Teil seiner Vortragszeit zu einer kurzen Laudatio auf Alfred Bunk um. Anschließend überreichte er gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Sektion Chirurgie, M. Wüstner, eine Messing-Ehrentafel an „Prof. Dr. med. Alfred Bunk in Würdigung seiner Lebensleistung für die Ultraschalldiagnostik in Chirurgenhand“.

A. Bunk hatte sich schon zu DDR-Zeiten durch glückliche Umstände zu einem ausgefuchsten, hoch qualifizierten Sonographiker entwickelt. Er begründete seine unübersehbar hohes sonographisches Niveau für die Westler unter uns später immer einleuchtend damit, dass man in der DDR nicht nur in der Chirurgie viel mehr auf die Ultraschalldiagnostik angewiesen gewesen sei als im Westen, weil man kein CT gehabt habe.

Quasi direkt mit der Wende nahm er einen intensiven fachlichen und menschlichen Austausch nicht nur mit chirurgischen Kollegen im Westen auf und beeindruckte auch diese mit seiner zupackenden und unprätentiös kompetenten Art so stark, dass er bei nächster Gelegenheit 1999 zum Leiter der  Sektion Chirurgie gewählt wurde. In diesem Amt wäre er vermutlich bis heute weiter wiedergewählt worden, wenn man ihn nicht 2004 als ersten Chirurgen überhaupt in den DEGUM-Vorstand berufen hätte. Auch dort hat er jahrelang so integrativ und kompetent gewirkt, dass man ihn selbst nach seinem turnusgemäßen Ausscheiden 2008 (als er dem nächsten Chirurgen Stefan Nöldeke im Vorstand Platz machte) noch weiter als Beauftragten für die „Reconquista“ der OPS-Dokumentation in die Vorstandsaktivitäten eingebunden hielt. Seiner beharrlichen Tätigkeit in diesem Feld hat es die deutsche Ultraschall-Gemeinschaft zu verdanken, dass wir in den letzten Jahren wieder erste neue OPS-Ziffern zur Erfassung von Ultraschall-Leistungen haben, die meist mit „komplexe differentialdiagnostische Sonographie...“ beginnen und meist (nicht alle) auch den Terminus „mit Kontrastmittel“ umfassen.

Alfred Bunk wurde in der Nachwendezeit in Dresden aus dem städtischen Haus in der Friedrichstadt vom neuen West-Chef Prof. Saeger in die Chirurgische Klinik der neu gegründeten medizinischen Fakultät geholt und hat sich dann sogar noch im letzten Drittel seiner beruflichen Karriere als Chirurg mit einem sonographischen Thema habilitiert! Und selbst beim Nachfolger seines 2012 emeritierten Chefs ist seine Sono-Expertise so gefragt, dass er über seine Pensionierung hinaus auf Teilzeitbasis seinen Ultraschall-Nachfolger unterstützt und seine Kompetenz bei der anspruchsvollen Ultraschalldiagnostik im Uniklinikum Dresden weiterhin mit einbringen kann.

Matthias Wüstner, August 2014