Schlechter Untersucher - schlechte Diagnose

03.06.2008 | DEGUM Pressemitteilungen, Pressemitteilungen 2008

Sicherheit und Genauigkeit einer Ultraschalluntersuchung hängen maßgeblich von der Qualifikation des untersuchenden Arztes ab. Bisher unterscheidet sich die Qualität der Ultraschall-Ausbildung jedoch von Klinik zu Klinik. Denn einheitliche Qualitätskriterien und Ausbildungsinhalte fehlen, beklagt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Wie sich die Ultraschall-Ausbildung in Deutschland verbessern ließe, werden Experten im Rahmen eines Pressegesprächs der DEGUM am 3. Juli 2008 in der Asklepios Klinik in Hamburg-Wandsbek diskutieren.

„Medizinischer Ultraschall ist sicher, schonend und anderen bildgebenden Verfahren teilweise überlegen – jedoch nur, wenn qualifizierte Ärzte ihn anwenden“, sagt Professor Dr. med. Christian Arning, Chefarzt der Abteilung für Neurologie an der Asklepios Klinik Hamburg-Wandsbek. Der Vizepräsident der DEGUM weist darauf hin, wie stark die Richtigkeit einer Ultraschall-Diagnose von der Erfahrung des Arztes abhängt. Er bezieht sich dabei auf Studien zu Ultraschalluntersuchungen des Bauchraums. Daran haben Forscher am Beispiel der abdominellen Sonographie gezeigt, dass ein Untersucher mit geringer Erfahrung lediglich in 39 Prozent der Fälle die richtige Diagnose stellt. Ein erfahrener Untersucher hingegen kommt auf eine Trefferquote von 95 Prozent. Letzterer liefert damit ebenso genaue Ergebnisse wie eine Computertomografie oder vergleichbare bildgebende Verfahren.

Ärzte können im Rahmen der Facharztweiterbildung eine Ultraschallausbildung absolvieren. Doch bisher liegen weder Vorschriften für die Qualifikation des Ausbilders vor noch Mindeststandards für die Ausbildungsinhalte. „Patienten können deshalb nicht überall in Deutschland auf gleichbleibend hochwertige Ultraschalldiagnostik vertrauen“, bedauert der Neurologe Arning. Auf der Homepage der DEGUM (www.degum.de) sind Ärzte aufgeführt, die sich einer freiwilligen Prüfung bei der Gesellschaft unterzogen und damit ein Qualifikations-Zertifikat erworben haben. Probleme und Lösungen für eine qualitativ hochwertige Ausbildung in der Sonografie diskutieren Experten auf dem Pressegespräch in Hamburg.

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