Kontrastmittelultraschall ermöglicht sichere Diagnosen

01.10.2008 | DEGUM Pressemitteilungen, Pressemitteilungen 2008

Neue stabile Kontrastmittel erweitern das Spektrum von Ultraschall in der Medizin immer mehr. Sie verbessern zum Beispiel die Diagnostik von Tumoren und Infarkten. Um die Kontrast-sonografie verstärkt dem Patienten zugute kommen zu lassen, hat der europäische Dachverband der nationalen Ultraschallgesellschaften die Leitlinien für die Behandlung erweitert. Bei welchen Krankheiten Ärzte die Kontrastmittelsonografie jetzt zusätzlich nutzen können, erörterten Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) am 29. Oktober 2008 inBerlin.

Ultraschallbilder erscheinen mithilfe der Kontrast erzeugenden Gasbläschen noch genauer als bisher: „Kontrastmittel verzeichnen beim Ultraschall den größten diagnostischen Fortschritt der letzten Jahre“, sagt Dr. med. Hans-Peter Weskott, Mitglied des Vorstandes der DEGUM. Die Bedeutung der Kontrastsonografie für die Bildgebung ließe sich auch am außergewöhnlich hohen Interesse der Ärzte an den Guidelines ermessen. Unter allen Publikationen zum Thema Ultraschall werden diese weltweit am häufigsten zitiert. Denn die neuen Anwendungsgebiete sind breit gefächert: Der klinische
Nutzen ist unter anderem für verschiedene Erkrankungen von Leber,
Niere und Bauchspeicheldrüse belegt.

Deshalb sei es wichtig, die neuen Leitlinien zur Diagnostik mit Ultraschall-kontrastmitteln zeitnah in die Praxis umzusetzen, sagt Dr. Weskott. Zu den neuen Anwendungsbereichen zählt beispielsweise auch, bösartiges von gutartigem Tumorgewebe zu unterscheiden: Das Verfahren überwindet die bisher eher geringe Treffsicherheit der Sonografie bei Tumoren der Leber. „Ein wesentlicher Vorteil besteht zudem in der erhöhten diagnostischen Zuverlässigkeit in der Nachsorge bösartiger Erkrankungen der Leber“, erläutert der Internist vom Klinikum Siloah, Klinikum Region Hannover.

Ein mittels Kontrastultraschall gut zu diagnostizierendes Krankheitsbild stellen auch Gefäßverengungen und -verschlüsse dar: „Infarkte von Niere und Milz zeigen unter kontrastverstärktem Ultraschall typische Aussparungen in der Durchblutung des Gewebes“, sagt Weskott. Bei eingeschränkter Nierenfunktion könnten Ärzte daher in Zukunft die sehr aussagekräftige Kontrastsonografie einsetzen. Denn gerade hier müsse auf Computertomografien verzichtet werden und Magnetresonanztomografie sei nur eingeschränkt einsetzbar. „In Anbetracht der möglichen Gefahren von ionisierenden Strahlen, sollte die schonende kontrastverstärkte Sonografie immer in die Diagnose einbezogen werden“, sagt der Ultraschallexperte. Dies schont vor allem auch jüngere Patienten, bei denen mehrere Nachuntersuchungen zu erwarten sind. Von der
verbesserten Darstellung profitieren auch Schlaganfallpatienten: Bei akutem Schlaganfall lassen sich die Gefäße der Hirnbasis im kontrastverstärkten Ultraschall um bis zu 35 Prozent besser darstellen.

Für das Jahr 2010 planen die Experten, die Leitlinien für den Einsatz von Ultraschallkontrastmitteln erneut zu aktualisieren. „Dann werden voraussichtlich auch Tumoren der Geschlechtsorgane, die Diagnostik bei rheumatischen Erkrankungen sowie die Überprüfung der Therapieeffizienz bei verschiedenen Krankheitsbildern auf der Liste stehen“, schätzt Dr. Weskott.

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