Früherkennung von Down-Syndrom

04.03.2008 | Pressemitteilungen 2008

Ob ein Kind mit einem Down-Syndrom zur Welt kommt, kann ein Arzt häufig schon früh in der Schwangerschaft anhand der sogenannten „Nackentransparenz“ im Ultraschallbild erkennen. Die Untersuchung ist jedoch anspruchsvoll und gelingt erst nach intensivem Training. Dies hat eine Studie jetzt bestätigt. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) setzt sich deshalb verstärkt für eine mehrstufige Fortbildung der Ultraschallärzte ein.

Die Nackentransparenz  im Ultraschallbild entsteht dadurch, dass sich hinter der Haut im Nackenbereich Flüssigkeit sammelt. Ist dieser Bereich dicker als im Durchschnitt, weist dies auf ein Down-Syndrom oder andere Störungen in der Chromosomenzahl hin. „Zusammen mit einer Blutuntersuchung können erfahrene Ärzte solche Trisomien in etwa 90 Prozent der Fälle richtig vorhersagen“, berichtet Professor Dr. med. Eberhard Merz, Präsident der DEGUM vom Krankenhaus Nordwest in Frankfurt/Main.

Wie viel Übung die korrekte Diagnose voraussetzt, zeigt jetzt eine in der Zeitschrift Ultraschall in der Medizin (Georg Thieme Verlag, Stuttgart) veröffentlichte Studie. Der Vergleich an der Universitätsklinik Basel ergab, dass selbst geschickte Ärzte erst nach etwa hundert Untersuchungen über genügend Sicherheit verfügen. Die ersten 20 Untersuchungen hatten die Probanden unter direkter Aufsicht eines erfahrenen Ultraschallmediziners durchgeführt. Danach waren sie monatlich überprüft worden.

„Die Studie zeigt, wie wichtig eine strukturierte und fundierte Ausbildung in der Ultraschallmedizin ist“, sagt Professor Merz. Leider sei dies nicht im Lehrplan des Medizinstudiums verankert und auch in der Weiterbildung gebe es bisher keine Standards. Um diesem Mangel zu begegnen, hat die DEGUM ein Mehr-Stufen-Konzept entwickelt. „Nur so können Qualitätsstandards sichergestellt werden“, erklärt der Gynäkologe.

Die Studie sei auch ein Beleg dafür, dass vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) jüngst angemahnte Untersuchungen zur Qualifikation der Untersucher bereits vorliegen. „Das Problem ist uns lange bewusst und das Drei-Stufen-Modell ist in unseren Augen am besten geeignet, die Qualität in einem so wichtigen Bereich wie dem Ultraschall-Screening in der Schwangerschaft sicher zu stellen“, erläutert Professor Merz.

Quelle:
Frey Tirri, B.; Troeger, C.; Holzgreve, W.; Tercanli, S.:
Quality Management of Nuchal Translucency Measurement in Residents
Qualitätssicherung bei der Messung der Nackentransparenz
Ultraschall Med 2007; 28 (5): 484-488

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