Echokardiografie zeigt schonend kranke Herzkranzgefäße

28.02.2011 | Pressemitteilungen 2011

Neueste Entwicklungen in der Echokardiografie

Bei der Koronaren Herzkrankheit (KHK) ist die Echokardiografie wichtiger Bestandteil der Diagnostik und Verlaufsbeobachtung. Ärzte können damit innerhalb kürzester Zeit und ohne Belastung für den Patienten den Zustand der Herzkranzgefäße und die Herzfunktion beurteilen. Moderne echokardiografische Methoden sind in Deutschland aber noch nicht allgemein bekannt. Außerdem ist die Untersuchung anspruchsvoll und erfordert viel Erfahrung. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) setzt sich für einheitliche Qualitäts- und Ausbildungsstandards ein. Im Rahmen einer Pressekonferenz am 9. März 2011 in Berlin diskutieren Experten der DEGUM neueste Entwicklungen in der Echokardiografie.

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) zählt in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. Führt fortschreitende Arterienverkalkung zu Verengungen der  Herzkranzgefäße und zu Durchblutungsstörungen des Herzens, kann ein tödlicher Infarkt die Folge sein. Ärzte müssen Engstellen der Koronararterien daher rechtzeitig entdecken und behandeln. „Mit modernen Ultraschallgeräten und geeigneter Technik kann die Echokardiografie die Herzkranzarterien und ihren Blutfluss darstellen”, sagt Professor Andreas Hagendorff, Leiter des Arbeitskreises Echokardiografie der DEGUM und Leiter der Echokardiografie-Labore am  Department für Innere Medizin, Neurologie und Dermatologie der Abteilung für Kardiologie und Angiologie des Universitätsklinikums Leipzig.

„Schon in den 1990er Jahren etablierte sich ein Verfahren mittels der Doppler-Echokardiografie, mit der man den Fluss der Koronararterien in bestimmten Abschnitten quantitativ analysieren konnte“, erklärt Professor Hagendorff. Seitdem hat die Echokardiografie weitere Fortschritte gemacht.
In zahlreichen europäischen Ländern wie in Italien, Griechenland oder Polen wenden Kardiologen moderne echokardiografische Methoden bei der Diagnostik der KHK im klinischen Alltag an. In Deutschland hingegen sind sie noch kaum bekannt. „Dabei kann der Kardiologe mit ihr mittlerweile große Abschnitte der linken und rechten Herzkranzarterie sichtbar machen, bestimmte Abschnitte sogar multidimensional. Das ermöglicht eine zuverlässige Analyse von Engstellen“, so Professor Hagendorff. „Der Blutfluss kann in großen Abschnitten des Herzens gut in farbiger Form zweidimensional dokumentiert werden.” Die Untersuchung ist zudem schonend für den Patienten und die Ultraschallwellen sind ungefährlich. Professor Hagendorff erläutert: „Deshalb ist die Echokardiografie ein ideales bildgebendes Verfahren, um den Verlauf einer Koronaren Herzkrankheit oder die Wirksamkeit einer Therapie zu beurteilen.“

Die Anwendung der Echokardiografie will jedoch gelernt sein. „Fundierte Kenntnisse in Theorie und Praxis der Methode sind ebenso erforderlich wie eine ausreichende klinische Erfahrung und die Kenntnis der KHK”, betont der Herzspezialist.Um KHK-Patienten eine qualitativ hochwertige Versorgung mit der Echokardiografie zu gewährleisten, hat die DEGUM Qualitätsstandards geschaffen. Mediziner können auf freiwilliger Basis Zertifikate für die Stufe 1 (Basis-Untersuchung) und Stufe 2 (qualifizierte Untersuchung) erwerben. Für die Weiterbildung hat das Team um Professor Hagendorff spezielle Kurse entwickelt. Sie werden inzwischen von der European Association of Echocardiography empfohlen. Damit wurden auch europaweit Standards für die Ultraschalluntersuchung des Herzens geschaffen.

Über Entwicklung und Anwendung neuer echokardiografischer Diagnostikmöglichkeiten berichtet Professor Hagendorff auf einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) am 9. März 2011 in Berlin.

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