DEGUM empfiehlt Sonografie

01.06.2009 | DEGUM Pressemitteilungen, Pressemitteilungen 2009

Die Ultraschalluntersuchung der weiblichen Brust verbessert bei Frauen mit dichtem Gewebe die Früherkennung von Brustkrebs. Bei einer solchen Mamma¬sonografie liegt die Erkennungsrate, das zeigen Studien, bei bis zu 88 Prozent. Die Karzinom-Nachweisquote bei der röntgenolo¬gischen Mammografie hingegen liegt bei 56 Prozent. Die Ultra¬schalluntersuchung der weiblichen Brust durch den Frauenarzt muss deshalb Bestandteil der Brustkrebsfrüherkennung bleiben, fordern Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

Frauen zwischen 50 und 69 Jahren haben heute im Rahmen von Reihenuntersuchungen Anspruch auf eine Röntgenuntersuchung der Brust. „Die Mammasonografie ist dennoch als gleich- und nicht nach¬rangige Methode zur Mammografie zu betrachten“, betont Professor Dr. med. Eberhard Merz, Frankfurt, vom Vorstand der DEGUM. Ohne Zweifel stelle das Mammografie-Screening einen großen Fortschritt in der Frühdiagnostik des Brustkrebses dar, so der Frauen¬arzt. „Es darf aber nicht der Eindruck entstehen, als löse die Röntgen¬untersuchung allein das Problem der Brustkrebsfrüherkennung“, setzt Merz hinzu.

Ein Drittel aller Brustkrebserkrankungen treten vor dem 50. Lebens¬jahr auf, ein Fünftel nach dem 69. Lebensjahr. Diese Frauen seien auch künftig auf die Ultraschalluntersuchung angewiesen sein, welche viele Frauenärzte zusammen mit der Tastuntersuchung anbieten. „Gynäkologen sind in der Krebs¬vorsorge ein primärer Ansprech¬partner für die Frauen: Oft betreuen sie ihre Patientinnen über lange Jahre“, sagt der Experte. Auffällige Tastbefunde könnten mit Hilfe moderner Ultraschallgeräte, wie sie in der Schwangerenbetreuung zum Einsatz kommen, gezielt abgeklärt werden.

Die Mammasonografie spüre aber auch nicht-tastbare Tumore auf. Bei Frauen mit einer hohen Brustdichte im Röntgenbild – unter den Frauen europäischer Herkunft sind dies mehr als die Hälfte – hat der Brustultraschall nach Einschätzung von Merz sogar eindeutige Vorteile gegenüber der Mammografie: „Mit leistungsstarken Geräten werden viele Tumore entdeckt, die bei der Mammografie nicht erkennbar sind.“ Medizinischer Ultra¬schall biete sich deshalb auch zur Abklärung unklarer Befunde an. In einer aktuellen Studie entdeckt die Sonografie 15 Prozent der mammografisch nicht erkannten Tumoren in der Brust. Weitere Einsatzgebiete sieht der Experte in der Nach¬sorge der Krebspatienten. Die Ultraschalluntersuchung könne hier eingesetzt werden, um Narben in der Brust oder vergrößerte Lymph¬knoten in der Achselhöhle zu beurteilen oder um das Gewebe um Brustimplantate zu prüfen.

Voraussetzung für den Erfolg der Sonografie ist laut Merz neben einer guten technischen Ausstattung auch die Erfahrung der Ärzte. Die DEGUM zertifiziert deshalb Mediziner nach einem 3-Stufen-Konzept. Sie stellt damit sicher, dass die Untersuchung von kundigen Ärzten durchgeführt wird. Merz: „Wir betrachten die Ultraschalluntersuchung durch den Frauenarzt insgesamt als eine sinnvolle Ergänzung zur Mammografie durch den Radiologen und befürworten eine interdis¬ziplinäre Zusammenarbeit auf hohem Niveau zum Wohle unserer Patientinnen.“ Frauen rät er, ihren Arzt nach seinem DEGUM-Zertifikat zu fragen.

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