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Kleine Geschichte zur Ultraschallmedizin in Deutschland

Gründungsmitglieder der DAUD

Von der „Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Ultraschalldiagnostik" zur „Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin“

Die Geschichte der DEGUM begann am 27. November 1971 in Erlangen: Hier einigten sich 15 Wissenschaftler darauf, eine Arbeitsgemeinschaft für Ultraschalldiagnostik ins Leben zu rufen - die so genannte "Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Ultraschalldiagnostik" (DAUD). 1972 entstand die Satzung und die DAUD erhielt ihren Eintrag am Registergericht. Die Gründungsmitglieder entstammten den Fachbereichen Neurologie, Neurochirurgie, Unfallchirurgie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Innere Medizin und Physik. Obwohl auch in der Kardiologie und Augenheilkunde der Ultraschall bereits routiniert eingesetzt wurde, organisierten sich diese Fachbereiche vorerst in eigenen Fachgesellschaften.

Die Arbeitsgemeinschaft betonte in ihrer ersten Presseerklärung die Ungefährlichkeit der Methode und nannte als ihre Ziele "die Weiterentwicklung der großen technischen und medizinischen Fortschritte des Ultraschalls der letzten Jahre und die Verbreitung der Ultraschallverfahren". Darüber hinaus war es den Vertretern wichtig, den internationalen Austausch zu fördern und die BRD auch formal in der ebenfalls 1972 von 13 nationalen Verbänden gegründeten European Federation of Societies for Ultrasound in Medicine and Biology (EFSUMB) zu vertreten.

In den folgenden Jahren etablierte sich die Arbeitsgemeinschaft als Plattform regen interdisziplinären Austauschs und konnte immer mehr Mitglieder für sich gewinnen. Auch die Jahrestagungen wurden vielseitiger und die Zahl der Vorträge stieg jährlich an: So waren es bei der ersten Jahrestagung 1972 noch 31 Vorträge, die sich 95 Teilnehmer anhörten. 1976 konnten die Ultraschall-interessierten Ärzte und Wissenschaftler auf der Jahrestagung in Heidelberg bereits zwischen 84 Vorträgen wählen. Bei dieser Tagung beschlossen die Teilnehmer auch, die jährlichen Treffen der deutschen, österreichischen (ÖGUM) und schweizerischen (SGUMB) Ultraschallverbände fortan als deutschsprachiges Dreiländertreffen gemeinsam und abwechselnd in den drei Ländern zu veranstalten – eine wichtige Entscheidung für die weitere Entwicklung der Ultraschalldiagnostik im deutschsprachigen Raum.

Das 1. Dreiländertreffen fand dann 1977 in Wien statt. Auf der Mitgliederversammlung der DAUD während dieses Kongresses am 8. Dezember 1977  beschlossen die Teilnehmer die Umbenennung der DAUD in Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e. V. (DEGUM) mit Wirkung zum 5. Juli 1978. Zu diesem Zeitpunkt zählte die DEGUM 152 ordentliche Mitglieder. Heute vertritt die DEGUM bereits nahezu 10.000 Mitglieder und wächst stetig.

Quelle:

H. Lutz, H.-G. Trier, Aus dem Ultraschallmuseum der DEGUM – Zur Entwicklung der deutschen Ultraschallgesellschaften in der Medizin, Ultraschall in Med 2015; 36(04): 401-402, DOI: 10.1055/s-0035-1552136 https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0035-1552136.pdf


Weitere Informationen:

Deutsches Ultraschall-Museum: www.ultraschallmuseum.de