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Mehrstufenkonzept & Zertifizierung

Dreiländerübergreifende Basisausbildung und Curriculum Notfallsonografie

Joseph J. Osterwalder, Sprecher DEGUM Arbeitskreis Notfallsonografie; Gebhard Mathis - ehem. Präsident ÖGUM; Dieter Nürnberg - ehem. Präsident DGUM; Hans-Ruedi Schwarzenbach - ehem. Präsident SGUM

Hintergrund und Prozessbericht

Seit dem 27.9.2008 arbeitet der DEGUM-Arbeitskreis Notfallsonografie an einem Ausbildungskonzept für Notfallsonografie. Das Konzept wurde aufgrund von zahlreichen Vernehmlassungen und Diskussionen im Arbeitskreis, im erweiterten Vorstand DEGUM, in zwei Vorstandssitzungen der drei Länder sowie anlässlich einer Konsensus-Konferenz, zu der alle betroffenen Sektionen und Arbeitskreise DEGUM eine Einladung erhielten, sich zu äußern, mehrere Male umgeschrieben. Schließlich wurde es auf ein akzeptables Minimum reduziert, das auch realistisch umgesetzt werden kann. Dieser Vorschlag für eine Ausbildung soll möglichst vielen jungen Kolleginnen und Kollegen einen qualitativ hoch stehenden Einstieg in die Sonografie ermöglichen und es soll daraus mit vertretbarem Aufwand ein größtmöglicher Nutzen für die Versorgung von Notfallpatienten resultieren.

Definition

Unter Notfallsonografie verstehen wir eine gut durchgeführte Sonografie am Notfallpatienten. Sie ist unabhängig vom Ort sowie problem- oder patientenorientiert, d.h. organ-, regionen- und fach- oder funktionsübergreifend.

Aktuelle Situation

Die gegenwärtigen Ausbildungstrukturen sind organbezogen und fachzentriert. In den letzten 25 Jahren haben es unsere Ultraschallgesellschaften versäumt, den Prototyp der Notfallsonografie, die FAST-Untersuchung (Standard in der Traumatologie), in ihr Ausbildungsprogramm aufzunehmen. Das Gleiche gilt für weitere, etablierte notfallmedizinische Aspekte der fokussierten Sonografie. In letzter Zeit sind Kurse für FAST und Notfallsonografie wie Pilze aus dem Waldboden geschossen. Jeder Anbieter, ob qualifiziert oder nicht, kreiert sein eigenes Programm und verfolgt seine eigenen Ziele. Vielen dieser Kurse fehlt jedoch der spezifisch notfallmedizinische Ansatz. Darauf basiert jedoch letztlich die Notfallsonografie. Ohne dieses Fundament macht sie auch keinen Sinn. Sinn und Zweck der Basisnotfallsonografie ist nämlich die Hilfestellung bei grundsätzlichen ersten klinischen Entscheidungen. Diese Entscheidungen fallen mit oder ohne Sonografie an, sind allerdings mit der Sonografie bedeutend schneller und sicherer, weil sie nicht auf unzuverlässigen klinischen Befunden beruhen.

Angesichts der großen Anzahl junger Ärzte in Ausbildung, welche in Notfallstationen für die Erstbehandlung zuständig sind, können wir uns nicht mehr erlauben, auf letztere zu verzichten. Die Dramatik dieser Situation verdeutlichen wichtige Kennzahlen aus einer Umfrage in schweizerischen Notfallstationen: 75 Prozent der Ärzte, welche für den Erstkontakt von Notfallpatienten zuständig sind, stehen in Ausbildung und ein großer Teil davon in den ersten sechs Monaten.

Das hier vorgestellte Notfallsonographie-Konzept lässt sich leicht in die bestehenden Strukturen integrieren. Einerseits sind die etablierten Kurse anerkannt und müssten allenfalls nur mit einzelnen Komponenten der Notfallsonografie ergänzt werden. Anderseits könnten bereits angebotene neue Kurse wie e-FAST, FEEL aufgenommen werden, wenn sie die hier definierten Inhalte vermitteln. Der Vorteil dieses Systems liegt darin, dass die bisherigen Spezialisten und Kursleiter weiterhin in der Ausbildung der einzelnen Module federführend sind.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Ausbildung für FAST und Notfallsonografie dringend zu strukturieren ist, um das grosse Bedürfnis der jungen Ärzte nach einer einfachen, zuverlässigen und allgemein verfügbaren Hilfe bei wichtigen klinischen Entscheidungen zu erfüllen. Wir müssen endlich lösungs-, und nicht problemorientiert handeln. Dabei versteht sich von selbst, dass die Notfallsonografie nicht die formale Sonografie ersetzen kann und will.

Bitte beachten Sie, dass Ihr Antrag erst bearbeitet wird, wenn die Bearbeitungsgebühr auf dem DEGUM-Konto eingegangen ist.

Bitte beachten Sie, dass Ihr Antrag erst bearbeitet wird, wenn die Bearbeitungsgebühr auf dem DEGUM-Konto eingegangen ist.