Fallbeschreibung: Dyspnoe

Fallbeschreibung
Ein 60-jähriger Patient stellt sich mit Thoraxschmerz und akuter Dyspnoe in unserer Notaufnahme vor. Bei Ankunft ist der Patient tachykard mit leichter Hypoxie. Die körperliche Untersuchung ist ansonsten unauffällig. Im EKG zeigt sich neben der Tachykardie Zeichen einer Rechtsherzbelastung.

Notfallsonographie
Die fokussierte Echokardiografie in der Notaufnahme zeigt einen deutlich vergrößerten rechten Ventrikel. Die Größe des rechten Ventrikels überschreitet hier die des linken was in diesem klinischen Kontext ein Hinweis auf  eine akute Rechtsherzbelastung darstellt.
Bei Verdacht auf Lungenembolie werden zusätzlich die tiefen Beinvenen untersucht. Die Kompressionssonografie zeigt hier eine Thrombose der rechten proximalen Vena Femoralis.

Fallverlauf
Die stabilen Kreislaufverhältnissen erlauben eine Untersuchung mittels Computertomografie wo der hochgradige Verdacht auf akute Lungenembolie mit Rechtsherzbelastung bestätigt wird.

Diskussion
Bei akuter Atemnot kann die fokussierte Echokardiografie helfen, die Anzahl der möglichen Differentialdiagnosen zu reduzieren oder den Verdacht auf eine Diagnose wie Lungenembolie – wie hier geschehen – bestärken. Vor allem bei instabilen Kreislaufverhältnissen kann dies eine wertvolle Methode sein, um möglichst schnell eine Therapie einzuleiten.
Bei der Beurteilung der Ventrikelgröße ist es vor allem für Anfänger sinnvoll, sich am linken Ventrikel zu orientieren. Überschreitet die Größe des rechten Ventrikels die des linken, ist dies als eindeutig pathologisch anzusehen. Dabei sollte man jedoch differentialdiagnostisch andere Möglichkeiten wie eine chronische Rechtsherzbelastung bei pulmonaler Hypertension abwägen.

Abb. 1: Die Kompressionssonografie zeigt die fehlende Kompression der Vena Femoralis (*) neben der Arteria Femoralis (FA)
Abb. 2: Subkostale Anlotung des Herzens. Die Größe des rechten Ventrikels (*) überschreitet die des linken (LV).
Abb. 3: Die Computertomografie bestätigt den Verdacht auf Lungenembolie.