Zusammenfassung Pressekonferenz zum Ultraschall bei Herzkrankheiten

21.03.2011 | Pressemitteilungen 2011

Koronare Herzerkrankung mit Ultraschall schonend untersuchen

Um die Vorzüge der Echokardiografie bei der Diagnostik der Koronaren Herzkrankheit (KHK) ging es in der ersten diesjährigen Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) am 9. März 2011 in Berlin.

Bei der Pressekonferenz waren unter anderem Vertreter des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR 1), der Zeitschrift „Service Kurier“, der Fachzeitschrift „Intervention Lab“ sowie verschiedene freie Journalisten im Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin anwesend.

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) zählt in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. Führt fortschreitende Arterienverkalkung zu Verengungen der Herzkranzgefäße und zu Durchblutungsstörungen des Herzens, kann ein tödlicher Infarkt die Folge sein. Daher müssen Kardiologen Engstellen der Koronararterien möglichst schnell entdecken und behandeln.

Moderne echokardiografische Methoden seien dafür besonders gut geeignet, so das einhellige Fazit der Referenten, die auf dem Podium Platz genommen hatten: Prof. Dr. med. Andreas Hagendorff, Leiter des Arbeitskreises Echokardiografie in der DEGUM und Leiter der Echokardiografie-Labore am Universitätsklinikum Leipzig, Prof. Dr. med. Klaus Tiemann, Leiter des Bereichs Kardiovaskuläre Bildgebung am Universitätsklinikum Münster, und Dr. med. Ralph Stephan von Bardeleben, Oberarzt Echokardiografie und kardiologische Ambulanz der Universitätsmedizin Mainz.

Im Vergleich zu konkurrierenden Methoden wie die Koronarangiografie oder Computertomografie (CT) ist die Echokardiografie komplett strahlenfrei und damit schonend für den Patienten. Die Echokardiografie ist zudem günstiger, da die Geräte weniger kosten und die Untersuchung selbst preiswerter ist. So beträgt der Preis für ein Ultraschallgerät etwa 1/25 des Preises für ein CT-Gerät.

Dennoch ist die Ultraschalldiagnostik in Deutschland unterrepräsentiert. Denn Kliniken und niedergelassene Ärzte erhalten dafür keine Zusatzvergütung. Die Krankenkassen bevorzugen stattdessen die invasiven und strahlenbelastenden Methoden.

Andreas Hagendorff hob in seinem Plädoyer für die Echokardiografie hervor, dass sie eine schonende Methode ist: Sie ist für den Patienten ungefährlich, und der Arzt kann während der Untersuchung mit ihm kommunizieren. Darüber hinaus ermöglicht die Echokardiografie viel genauere Untersuchungen als die „Konkurrenzmethoden“. So mache der Ultraschall heute die Herzkranzgefäße sichtbar, überhaupt können die wichtigsten Regionen des Herzens „angeschallt“ werden. Beispielsweise ist es möglich, in die Öffnung der Herzkranzarterie zu schauen – mit einer erstaunlich hohen Bildschärfe. Auch die Zunahme des Blutflusses kann mittels Geschwindigkeitsspektren dargestellt werden.

Prof. Dr. med. Klaus Tiemann stellte mit der Kontrast-Echokardiografie eine besondere Methode vor, die schon bei Durchblutungsstörungen, einem frühen Indikator für die Koronare Herzerkrankung, gute Diagnoseergebnisse liefert. Risikopatienten können mit dieser einfachen Methode schnell – in weniger als zehn Minuten – identifiziert werden.

Dr. med. Ralph Stephan von Bardeleben präsentierte eine weitere echokardiografische Methode zur Beurteilung der Koronaren Herzkrankheit – die multidimensionale Stress-Analyse. Die Untersuchung kann auf dem Fahrradergometer oder unter medikamentöser Gabe gemacht werden. Besonders effektiv (z. B. im Vergleich zum Belastungs-EKG) ist die Methode für Frauen und Diabetiker. Das 3-D-Stress-Echo ist studien-validiert.

Die Experten betonten, dass gute echokardiografische Diagnostik eine fundierte Ausbildung voraussetzt: Noch gebe es zu wenige Mediziner, die den Ultraschall beherrschen. Um das zu ändern, bietet die DEGUM zahlreiche Kurse an.