Zusammenfassung Pressekonferenz Mammasonografie

02.12.2010 | Pressemitteilungen 2010

Brustkrebs mittels Ultraschall früh erkennen, vor der Operation präzise beurteilen, abgrenzen und Patientinnen schonend nachversorgen

Unter dem Titel „Brustkrebs mittels Ultraschall früh erkennen, vor der Operation präzise beurteilen, abgrenzen und Patientinnen schonend nachversorgen“ lud die DEGUM am 24. November 2010 Pressevertreter von Fach- und Publikumspresse zu ihrer vierten und letzten Pressekonferenz dieses Jahr ins Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin ein. Bei der Pressekonferenz waren unter anderem Vertreter der Deutschen Presseagentur (dpa), des Deutschlandfunks, des Deutschlandradios, des „Berliner Kuriers“, der Fachzeitschrift „Pharmazeutische Zeitung“ sowie für verschiedene Medien tätige freie Journalisten anwesend.

Die verschiedenen Themen wurde von drei DEGUM-Experten vorgestellt: Professor Dr. med. Dr. h.c. Friedrich Degenhardt, Leiter des Arbeitskreises Mammasonografie der DEGUM und Chefarzt des Franziskus-Hospitals in Bielefeld sowie Leiter des Brustzentrums Bielefeld-Herford, Professor Dr. med. Jens-Uwe Blohmer, Chefarzt am Sankt-Gertrauden-Krankenhaus und Leiter des Brustzentrums City, Berlin, und Professor Dr. med. Alexander Mundinger, Chefarzt am Marienhospital in Osnabrück.

Jede zehnte Frau in Deutschland erkrankt an einem Mammakarzinom. In der Früherkennung und in der Nachsorge, so Degenhardt, habe der Ultraschall dabei immer stärker an Bedeutung gewonnen. Neue diagnostische Verfahren schafften ein hervorragendes Angebot. Sonografie und Mammografie brächten heute eine Sicherheit von 95-96 Prozent in der Krebsentdeckung.

Die Sonografie, so Degenhardt, könne bessere Ergebnisse als die Mammografie liefern. Dies gelte vor allem für jüngere Frauen. Bei ihnen ist das Brustgewebe dichter – was die Diagnostik mit der Mammografie erschwert. Ultraschall und eine Gewebeprobenentnahme mit einer Nadel (Stanzbiopsie) könnten ambulant vorgenommen werden. Das bringe schnelle Resultate und verkürze mögliche Klinikaufenthalte. Aufgrund dieser Vorteile plädiert Degenhardt für ein Angebot an Frauen im Alter von 35-50 Jahren, alle zwei Jahre zur Sonografie zu gehen.

Degenhardt wies darauf hin, dass in Deutschland derzeit etwa 650 nach DEGUM-Richtlinien qualifizierte Ärzte tätig seien. Die DEGUM-Richtlinien würden heute auch von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung umgesetzt.

Professor Mundinger sagte, dass die frühe Diagnose gewollt sei – es gehe vor allem um die „kleinen Krebse“ – und sprach sich entsprechend auch für den Ultraschall aus. Für Frauen ab 40 Jahren empfahl er zusätzlich die Mammografie beziehungsweise für Frauen aus Risikogruppen die Kernspintomografie.

Professor Blohmer berichtete von neuen Verfahren und Methoden, die noch bessere Untersuchungsergebnisse liefern könnten – namentlich die Elastografie und die Bildgebung durch den Automated Breast Volume Scanner (ABVS), die Darstellungen in Millionen von Schnitten erlaube.

Abschließend brachte Professor Mundinger zum Ausdruck, dass man bestrebt sei, die Qualität in der Arbeit weiter anzuheben. Der „Goldstandard“ wäre, so Mundinger, eine große wissenschaftliche Studie für den Ultraschall. Das Mammografiescreening könne hier als Vorbild dienen – hier hätten Krankenkassen im Verbund für eine solche Studie gesorgt.

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