Ultraschall in der lungenheilkundlichen Diagnostik

29.08.2011 | Pressemitteilungen 2011

Durch die Thoraxwand in Pleura und Lunge blicken.

Atemnot, Husten, ein Engegefühl oder Schmerzen im Brustkorb sind häufig auftretende Symptome bei Lungenerkrankungen. Oft weisen sie auf einen Pleuraerguss hin, eine Flüssigkeitsansammlung im Brustfell. Ursache für Pleuraergüsse können zum Beispiel Tumoren, Lungenentzündungen oder Tuberkulose sein. Mit Hilfe von Ultraschall lassen sich Erkrankungen der Pleura und Lunge rasch und für den Patienten schonend sichtbar machen. Beim 35. Dreiländertreffen der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM, ÖGUM, SGUM) steht die Anwendung der Sonografie in der lungenheilkundlichen Diagnostik im Mittelpunkt mehrerer Vorträge und Kurse. Bis einschließlich heute, den 29. August 2011, diskutieren Ärzte und Wissenschaftler aus aller Welt im Austria Center Wien über Ultraschall als bildgebendes Verfahren in der Medizin.

Die Ultraschalluntersuchung der Lunge und der sie umschließenden Pleura ist zu einem festen Bestandteil der lungenheilkundlichen Diagnostik geworden. Luftgefüllte Hohlräume wie die Lunge können mit Ultraschall zwar nur begrenzt untersucht und beurteilt werden. Denn an der gesunden Lunge wird der Ultraschall fast völlig reflektiert. „Bei manchen klinisch häufigen Fragestellungen wie zum Beispiel beim Pleuraerguss ist die Thoraxsonografie jedoch die beste Methode der Wahl“, sagt Professor Dr. med. Gebhard Mathis aus Rankweil/Österreich, Past President der Österreichischen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (ÖGUM) und stellvertretender Leiter des Arbeitskreises Thoraxsonografie der ÖGUM.

Die Pleura, umgangssprachlich auch Brustfell genannt, besteht aus zwei dünnen Gewebeschichten, die im Brustkorb aneinander liegen: Die eine Schicht, das Lungenfell, umschließt jeweils die beiden Lungenflügel. Das darüber liegende Rippenfell bedeckt die Innenwände des Brustkorbs. Zwischen Lungen- und Rippenfell befindet sich der Pleuraspalt. Er enthält einen gleitenden Flüssigkeitsfilm, den die beiden Pleuraschichten täglich sowohl aufnehmen als auch wieder neu bilden. Ist dieses Gleichgewicht gestört, sammelt sich im Pleuraspalt zu viel Flüssigkeit. Ein solcher Pleuraerguss kann die Atmung erheblich einschränken. Mit einer Ultraschalluntersuchung können Pleuraergüsse besser diagnostiziert werden als durch Röntgen, erklärt Professor Mathis: "Die radiologische Nachweisgrenze eines frei auslaufenden Pleuraerguss auf Standardröntgenaufnahmen im Stehen liegt im Mittel bei mindestens 150 Millilitern. Sonografisch jedoch sind am stehenden oder sitzenden Patienten bereits kleinste, in den physiologischen Bereich hineingehende Flüssigkeitsansammlungen von wenigen Millilitern darstellbar."

Verschiedene Grunderkrankungen, zum Beispiel Lungenentzündungen oder Lungenkrebs, können die Ursache für Pleuraergüsse sein. Handelt es sich um ein Lungenkarzinom, kann die Sonografie auch hier gegenüber anderen bildgebenden Verfahren vorteilhafter in der Diagnostik sein, so Professor Mathis: „Infiltriert der Tumor in den Pleuraraum oder in die Thoraxwand, lässt er sich im Ultraschall weit besser abgrenzen als im Thoraxröntgen oder in der Computertomografie“. Im Gegensatz zum Röntgen ist Ultraschall außerdem strahlenfrei und somit schonender für den Patienten.
Beim 35. Dreiländertreffen in Wien referiert Professor Mathis über neue Techniken in der Thoraxsonografie. Heute ist der letzte Kongresstag des Dreiländertreffens, das zum ersten Mal gemeinsam mit der EUROSON, dem jährlichen Kongress der European Federation of Societies for Ultrasound in Medicine and Biology EFSUMB und dem Weltkongress WFUMB ausgetragen wird.

Weitere Informationen bietet die Webseite www.wfumb.org.

Interviews mit Referenten zu ausgewählten Kongressthemen

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