Ultraschall erleichtert Diagnose von Morbus Crohn

02.05.2007 | Pressemitteilungen 2007

Schneller Blick in den Dünndarm

Da der Dünndarm für optische Instrumente schwer zugänglich ist, sind Ursachen von Erkrankungen in diesem Teil des Verdauungstraktes endoskopisch nicht leicht zu ergründen. In vielen Fällen klärt stattdessen eine Ultraschalluntersuchung die Diagnose: Mehr als 90 Prozent aller Morbus Crohn-Erkrankungen etwa lassen sich heute mit Hilfe der Sonografie erkennen. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) fordert deshalb, das Verfahren häufiger anzuwenden. Auf diese Weise ließen sich Diagnostik und Therapie verbessern und den von der chronischen Darmerkrankung betroffenen Patienten könnte geholfen werden.

„Mit Hilfe des Ultraschalls kann ein qualifizierter Arzt in vielen Fällen schnell die Ursache eines plötzlichen heftigen Bauchschmerzes klären“ betont Dr. med. Hans Worlicek, Sonografie-Experte aus Regensburg. Liegt etwa ein ‚akuter Blinddarm’ vor oder der Beginn einer chronischen Darmerkrankung sind völlig unterschiedliche Herangehensweisen in der Therapie gefragt: Im ersten Fall operiert der Chirurg, im zweiten mildert der Internist die Beschwerden durch Medikamente.
 
„Ultraschall des Dünndarms gehört jedoch nicht zur Basisdiagnostik“, erläutert der Experte: Nicht jeder der ein Ultraschallgerät besitzt, ist für diese Untersuchung qualifiziert. Denn neben einer guten Ausrüstung gehört dazu vor allem viel Erfahrung. Die DEGUM qualifiziert hierfür deshalb Ultraschalluntersucher mit einem Zertifikat der DEGUM-Stufe II.

Sonografie vermeidet auf diese Weise eine unnötige Operation – sofern der Arzt die typischen Veränderungen des Morbus Crohn erkennt. Dies sind vor allem Entzündungen entlang der Darmwand. Sie sind als Wandverdickung im Ultraschall erkennbar. Moderne Geräte messen darüber hinaus die Durchblutung. Steigt sie an, ist dies ein Hinweis auf einen Entzündungsschub. Der Arzt weiß dadurch, dass er die Medikamente anpassen muss, so Worlicek.

Bei einer Länge des Darms von vier bis sechs Metern ist es mit einem kurzen Aufsetzen des Schallkopfes allerdings nicht getan. Den Darm von Anfang bis Ende zu verfolgen, ist wegen seines verschlungenen Verlaufs kaum möglich, erläutert Worlicek: “Wir gehen systematisch vor und unterteilen den Bauch in Längs- und Querabschnitte. Dann gelingt die Untersuchung mit einem vertretbaren Zeitaufwand.”

Sonografie ist eine der wenigen Untersuchungen der Bauchorgane, welche den Patienten nicht belastet, betont die DEGUM. Weder Darmspiegelung, noch Röntgen sind vergleichbar schonend. Auch die Strahlenbelastung durch eine Computertomographie entfalle. Der Arzt kann die Sonografie deshalb so oft wie nötig wiederholen.

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