Sonografie in der Notfall- und Intensivmedizin

20.11.2017 | Pressemitteilungen 2017

Hoffnung im Kampf zwischen Leben und Tod – dank Ultraschallverfahren in der Notaufnahme

Wenn Menschen verunglücken, zählt oft jede Minute – denn Schwerstverletzte müssen so schnell wie möglich behandelt werden. Mit modernen Ultraschallverfahren kommen Notfallmediziner häufig zügiger zur richtigen Diagnose. So können zum Beispiel innere Blutungen und Herzerkrankungen zeitnah identifiziert und anschließend zielgerichtet behandelt werden. Welche Möglichkeiten das strahlungsfreie, bildgebende Verfahren in der Notfall- und Intensivmedizin und in der Anästhesiologie bietet, erläutern Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) auf einer Pressekonferenz in Berlin am Dienstag, den 12. Dezember.
 
Rund 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. „Die moderne Sonografie unterstützt Ärzte dabei, schnell die richtige Diagnose zu stellen, denn auch mobile und damit flexibel einsetzbare Geräte verfügen mittlerweile über eine sehr gute Bildqualität“, sagt DEGUM-Experte Dr. med. Thomas Ermert, Oberarzt der Klinik für Anästhesie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie der Uniklinik Münster. Geschulte Ärzte könnten im Notfall anhand der exakten Bildgebung zügig lebensrettende Behandlungsschritte einleiten – und zwar ohne den Patienten einer Strahlenbelastung auszusetzen.
 
Ärzte, die in der Intensivmedizin und Notfallmedizin arbeiten, benötigen eine hochwertige Ausbildung, um qualifizierte Ultraschalluntersuchungen durchzuführen – und im Kampf zwischen Leben und Tod die richtigen Entscheidungen zu treffen. Auch für Anästhesiologen, die Ultraschallverfahren beispielsweise bei herzchirurgischen Operationen einsetzen, ist ein großes sonografisches Fachwissen relevant. Doch im Medizinstudium kommt die Sonografie-Ausbildung häufig noch zu kurz: So lernen angehende Ärzte oft erst während ihrer Facharztausbildung, mit dem Diagnosegerät umzugehen: „Die Ärztekammer Westfalen-Lippe hat als erste Ärztekammer die Ultraschallausbildung als Weiterbildungsinhalt in der Facharztausbildung für Anästhesiologie fest verankert“, so Ermert. Eine modulare, fächerübergreifende Ausbildung sei besonders für Anästhesiologen wichtig. „Wir benötigen Ärztinnen und Ärzte in der Anästhesie-, Intensiv- und Notfallmedizin, die mit den Grundlagen des Ultraschalls vertraut sind und einen problem-/ symptomorientierten Ultraschall durchführen können“, so Ermert. „Dieser Trend wird sich weiter durchsetzen.“ So sei in der Novellierung der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer Ultraschall in der Anästhesie und Intensivmedizin als eigener Kompetenzblock vorgesehen.
 
Um Ärzten auch während ihrer weiteren Berufslaufbahn die Möglichkeit zu einer Weiterbildung zu geben, hat die DEGUM ein qualifiziertes Zertifizierungssystem eingeführt. Auf freiwilliger Basis können sich Ärzte in einem Mehrstufenkonzept weiterbilden. „Ärzte, die in ihrem Fachgebiet die Kompetenz erwerben, eine flächendeckende Basisdiagnostik leisten zu können, erwerben die Stufe I“, erläutert Ermert. Wer sich so stark weiterbildet, dass er eine spezialisierte Diagnostik in Kliniken und Praxen anbieten kann, bekommt die Stufe II. Experten, die eine spezialisierte, wissenschaftlich orientierte Fachkompetenz in einer bestimmten Fragestellung erworben haben, erhalten die Stufe III.
 
Neben dem Einsatzgebiet Anästhesiologie beleuchten die Sonografie-Experten auf der Pressekonferenz auch qualitativ hochwertige Ultraschallverfahren in der Gynäkologie und der Inneren Medizin. Hier erläutern sie, wie mit dem Stufenkonzept der DEGUM flächendeckend eine hochwertige Ultraschall-diagnostik gewährleistet werden kann – von der Basisdiagnostik bis hin zu Referenzzentren in Klinik und Praxis.