Schlaganfall durch Beläge in der Halsschlagader

16.09.2010 | Pressemitteilungen 2010

Jährlich erleiden etwa 200 000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Mehr als ein Drittel der Betroffenen stirbt daran. Viele Schlaganfälle ließen sich vermeiden, wenn Ärzte verengte Halsarterien rechtzeitig entdecken würden. Eine Ultraschalluntersuchung macht dies möglich – ohne Nebenwirkungen. Neuere Geräte können jetzt auch jene Wandeinlagerungen erkennen, die sich von der Gefäßwand zu lösen drohen, teilt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) mit. Experten der DEGUM diskutieren das neue Verfahren im Rahmen einer Pressekonferenz am 22. September 2010 in München.

Ablagerungen in den Arterien, sogenannte atherosklerotische Plaques, bestehen oft nur aus weichem Material oder zu einem geringen Teil aus Kalk. Diese „weichen“ Plaques können stellen jedoch ein besonderes Risiko darstellen: Ihre Oberfläche kann jederzeit aufreißen. Die herausgerissenen Plaqueanteile werden dann in die hirnversorgenden kleinen Gefäßäste gespült. Dort verstopfen sie Blutgefäße und können einen Schlaganfall auslösen. Bisher war es kaum möglich, die Plaquezusammensetzung rechtzeitig zu erkennen. „Auf den Bildern der neueren Ultraschallgeräte werden sie nun aber immer besser sichtbar”, berichtet DEGUM-Experte Dr. med. Hans-Peter Weskott aus Hannover im Vorfeld der Pressekonferenz.

Die Beurteilung der Plaques hinsichtlich eines möglicherweise gesteigerten Schlaganfallrisikos mittels Ultraschall befindet sich noch in klinischer Prüfung. Wie dies mithilfe moderner Verfahren möglich ist, erläutert Weskott in einer Pressekonferenz der DEGUM am 22. September 2010 in München.

Quelle:
H.P. Weskott: Neue Trends in der Ultraschalldiagnostik der Karotisstenose; Radiologe 2010; 50: 591-596

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