Schlaganfälle und ihre Ursachen mittels Ultraschall schnell diagnostizieren und wirksam behandeln

27.10.2010 | Pressemitteilungen 2010

Etwa alle drei Minuten erleidet ein Mensch in Deutschland einen Schlaganfall. Mehr als ein Viertel der Betroffenen stirbt daran. Überlebende bleiben oft lebenslang behindert und pflegebedürftig. Schlaganfälle können verschiedene Ursachen haben. Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie ist deshalb die sofortige und korrekte Diagnose. Dass dies in vielen Fällen besonders gut mit Hilfe von medizinischem Ultraschall möglich ist, erläutern Experten auf einer Pressekonferenz anlässlich der Tagung „Ultraschall 2010“. Das 34. Dreiländertreffen der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin findet vom 20. bis 23. Oktober 2010 in Mainz statt.

Schlaganfälle entstehen entweder durch eine plötzlich auftretende Hirnblutung oder durch eine akute Mangeldurchblutung des Gehirns bei Gefäßverschluss. In etwa 60 Prozent der Fälle liegt die Ursache eines solchen Gefäßverschlusses nicht im Gehirn selbst, sondern beispielsweise in den Halsschlagadern oder am Herzen. Hier können sich Blutgerinnsel bilden, die mit dem strömenden Blut in den Kopf gelangen, dort in Arterien stecken bleiben und diese verschließen.

Mit einer sogenannten Lysetherapie können Ärzte Blutgerinnsel im Gehirn medikamentös auflösen. Dies ist jedoch nicht immer sinnvoll. „Denn je nach Ursache des Schlaganfalls benötigen Patienten eine individuell darauf abgestimmte, spezifische Therapie,“ sagt  Professor Dr. med. Christian Arning, Chefarzt der Abteilung Neurologie an der Asklepios Klinik Hamburg-Wandsbek.

In einigen Fällen liegt eine hochgradige Arterienverengung vor, die allein  durch den Druckabfall im Gefäß eine Mangeldurchblutung verursacht. Zugleich sind die Hirnarterien jedoch offen und es finden sich keine Blutgerinnsel, die mittels Lysetherapie behandelt werden können. Dieser Befund ist mit Ultraschall sehr gut zu erkennen, und es kann frühzeitig eine operative Behandlung der Verengung eingeleitet werden.

Mit Ultraschall können Ärzte auch besondere Ursachen eines Schlaganfalls diagnostizieren, die eine spezielle Behandlung erfordern: So lassen sich beispielsweise Gefäßverletzungen und Gefäßentzündungen mit Ultraschall sehr gut erkennen und lokalisieren“, so Professor Arning. Eine Gefäßentzündung kann mit Cortison behandelt werden. „Die Diagnose einer solchen Arteriitis etwa an den Wirbelarterien ist mit keiner anderen bildgebenden Methode möglich – allein mit Ultraschall“, ergänzt Neurologe Arning.

Über die rasche Diagnose von Schlaganfällen mit Hilfe des Ultraschalls mit dem Ziel einer wirksamen Therapie berichtet Professor Dr. med. Christian Arning im Rahmen der Kongress-Pressekonferenz der DEGUM am Donnerstag, den 21. Oktober 2010, im Congress Centrum Mainz. Umfassende Kongressinformationen sowie Fortbildungsbeiträge und Expertenpodcasts zu den Themen des 34. Dreiländertreffens sind unter www.ultraschall2010.de abrufbar.


Terminhinweis:
Kongress-Pressekonferenz
21. Oktober 2010, 11.00 bis 12.00 Uhr,
Congress Centrum Mainz, Dijonsaal, Rheinstraße 66, 55116 Mainz
Eines der Themen: Ultraschall in der Neurologie: Time is brain – Schlaganfallursachen schnell diagnostizieren und behandeln
Professor Dr. med. Christian Arning, Chefarzt der Abt. Neurologie, Asklepios Klinik Hamburg-Wandsbek

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