Pressekonferenz - Dreiländertreffen Zusammenfassung

25.10.2010 | Pressemitteilungen 2010

Moderne Ultraschalldiagnostik - Schonend, präventiv, fortschrittlich

Der SWR drehte einen Beitrag. Link s.u.

Mit hochwertigen und modernen Ultraschallgeräten stehen Ärzten verschiedener Fachdisziplinen heute Werkzeuge zur Verfügung, die im Vergleich zu früher eine weitaus schonendere, präventive und weitreichende Diagnostik erlauben. Vorausgesetzt, die Technik ist vorhanden und die Ärzte sind entsprechend ausgebildet, sind beeindruckende Ergebnisse erzielbar. Auf der Kongress-Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin gaben Experten aus Gynäkologie, Neurologie, Pädiatrie und innerer Medizin Beispiele, was heute schon möglich ist, und welche enormen Verbesserungen für Patienten im deutschen Gesundheitswesen realisierbar wären.

Dank der Bildqualität und –auflösung moderner 3D-Sonografiegeräte können viele Risiken bereits frühzeitig erkannt werden. Zudem ist die Diagnostik mittels Ultraschall schonender und oft kostengünstiger als andere bildgebende Verfahren. Unerlässlich ist dabei, dass der Arzt über eine entsprechend qualifizierte Ausbildung verfügt, erklärte Prof. Dr. med. Eberhard Merz, Kongresspräsident und Vize-Präsident der DEGUM, Direktor der Frauenklinik am Krankenhaus Nordwest, Frankfurt/Main. Um dies zu gewährleisten, hat die DEGUM ein mehrstufiges Qualitätssystem für Ultraschall-Untersucher (Stufe I-III) eingeführt, das weit über die Richtlinien der Kassenärztlichen Vereinigungen hinausgeht.

In der Gynäkologie beispielsweise lassen sich mit modernen Ultraschallgeräten bei Schwangeren über 35 Jahren bereits im ersten Trimester Chromosomenstörungen oder andere fetale Fehlbildungen erkennen. Die Sonografie stellt damit eine Alternative zu invasiven Verfahren wie die Chorizonzottenbiopsie oder die Fruchtwasserpunktion dar. Ein Fortschritt, denn mit den invasiven Verfahren geht das Risiko einer Fehlgeburt einher. Die Rate der Frauen, die heute bei der Geburt ihres Kindes über 35 Jahre alt sind, hat sich in den letzten 30 Jahren mehr als verdoppelt.

Eine revolutionäre Entwicklung der letzten Jahre sind laut Dr. med. Hans-Peter Weskott, Vorstandsmitglied der DEGUM, Leiter Zentrale Sonografie Abteilung, Klinikum Siloah, Klinikum Region Hannover, die Fortschritte in der Kontrastmittel-Sonografie: Sie erleichtert das Aufspüren von Tumoren beziehungsweise Metastasen deutlich. Bereits kleinste Lebermetastasen von 2-3 Millimetern ließen sich so entdecken. Im Vergleich zu derzeit gängigen Verfahren wie CT oder MRT ist die Bildwiederholungsrate im Ultraschall sehr schnell. Rasche Veränderungen in der Kontrastmittelanflutung sowie das sich rasch ändernde Gefäßbild eines Tumors kann so sichtbar gemacht werden. Letzteres ist diagnostisch oft wegweisend.

Jeder vierte Schlaganfall kündigt sich mittels eines „kleinen“ Schlaganfalls im Vorfeld an, sagt Professor Dr. Christian Arning, Chefarzt der Abt. Neurologie, Skelpios Klinik Hamburg-Wandsbek. Bei typischen Anzeichen kann der Neurologe mit Hilfe des Ultraschalls heute feststellen, ob zum Beispiel eine Verengung der Halsarterie durch ein Blutgerinnsel vorhanden ist. Auch Entzündungen an den Wirbelarterien, die zu Thrombosen führen können, lassen sich so erkennen. Dies ermöglicht dem Arzt eine frühzeitige Behandlung und die Folgen eines schweren Schlaganfalls sind so vermeidbar.

Ultraschall lässt sich ebenfalls sehr effektiv bei der Diagnostik von Brustkrebs einsetzen. Im Vergleich zur Mammografie bietet die Sonografie viele Vorteile. Bei dichtem Brustgewebe versagt die Mammografie oft. Dabei sind gerade Frauen mit dichtem Brustgewebe gefährdet, an Brustkrebs zu erkranken, sagt Professor Dr. med. Helmut Madjar, Fachbereichsleiter Gynäkologie und Stellvertretender Ärztlicher Direktor der Stiftung Deutsche Klinik für Diagnostik GmbH. Einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Bauchlage und einer Minderdurchblutung des Gehirns in Verbindung mit dem plötzlichen Kindstod hat Professor Dr. med. Karl-Heinz Deeg, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche der Sozialstiftung Klinikum Bamberg bei der Untersuchung von 18000 Säuglingen festgestellt. Dabei wird mittels Ultraschall die Blutströmung in den Hirngefäßen gemessen. So ist es möglich, gefährdete Säuglinge herauszufiltern. Oben genannte Beispiele zeigen: Der Einsatz moderner sonografischer Verfahren in Verbindung mit qualifiziert ausgebildeten Ärzten bietet Patienten Vorteile. So lassen sich Risiken und Krankheiten schonend und frühzeitig erkennen, um entsprechende Maßnahmen in die Wege zu leiten.