Mit Kontrastultraschall Leberkrebs erkennen

27.10.2010 | Pressemitteilungen 2010

Kontrastultraschall ermöglicht es dem Arzt, gutartige Geschwulste von bösartigen Tumoren in der Leber zu unterscheiden und verbessert die Diagnostik von Infarkten in Niere und Milz. Dem Patienten bleiben dadurch gesundheitlich belastende, aufwändige und teure Untersuchungen erspart. Kontrastunterstützte Sonografiediagnostik ist ein Themenschwerpunkt der Tagung „Ultraschall 2010“. Vom 20. bis 23. Oktober 2010 findet das 34. Dreiländertreffen der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin im Congress Centrum Mainz statt.

Mithilfe von Kontrastmittel gewonnene Ultraschallbilder haben dieses schonende bildgebende Verfahren enorm verbessert: „Die Kontrastmittelsonographie verzeichnet im medizinischen Ultraschall den größten diagnostischen Fortschritt der letzten Jahre“, sagt Dr. med. Hans-Peter Weskott, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) und Leiter Zentrale Sonografie Abteilung, Klinikum Siloah, Klinikum Region Hannover.

Zum Einsatz kommen sie zum Beispiel bei der Diagnostik von Lebertumoren: Um das Gewebe der Leber am Bildschirm bestmöglich darzustellen, leitet der Arzt wenige Milliliter eines gashaltigen Kontrastmittels in eine Armvene des Patienten. Anschließend untersucht er das Organ, indem er im Bereich der Leber mit dem Schallkopf über die Haut des Patienten fährt. Die Gasbläschen des Kontrastmittels sind etwa halb so groß wie rote Blutkörperchen. Deshalb gelangen sie selbst in die kleinsten Gefäße und reflektieren die Ultraschallwellen.

„Bereits wenige Sekunden nach der Injektion können wir beobachten, wie das Kontrastmittel in den Leberarterien anflutet“, erläutert Dr. Weskott. In den folgenden fünf Minuten erkennt der Arzt an charakteristischen Durchblutungsmustern, ob es sich um einen gut- oder bösartigen Tumor handelt. Schon weitere fünf Minuten später ist der größte Teil des Kontrastmittels abgebaut. „Das Kontrastmittel ist in klinischen Studien getestet und hat sich als gut verträglich und sehr sicher erwiesen“, so Weskott. Auch Patienten mit einge¬schränkter Nierenfunktion oder Schilddrüsenerkrankungen vertrügen es gut, da es frei von Jod ist.

Ein mittels Kontrastultraschall gut zu diagnostizierendes Krankheitsbild stellen auch Gefäßverengungen und -verschlüsse dar: „Infarkte von Niere und Milz zeigen unter kontrastverstärktem Ultraschall typische Aussparungen in der Durchblutung des Gewebes“, sagt Weskott. Bei eingeschränkter Nierenfunktion könnten Ärzte daher in Zukunft die sehr aussagekräftige Kontrastsonografie einsetzen. Denn gerade hier müsse auf Computertomografien verzichtet werden und Magnetresonanztomografie sei nur eingeschränkt einsetzbar.

„In Anbetracht der möglichen Gefahren von ionisierenden Strahlen sollte die schonende Kontrastverstärkte Sonografie immer in die Diagnose einbezogen werden“, sagt der Ultraschallexperte. Im Dezember 2010 verfassen Experten erstmals internationale Richtlinien und Empfehlungen für die Leberdiagnostik Mithilfe von Kontrastmittelultraschall.

Über neue Techniken der kontrastverstärkten Sonografie berichtet Dr. med. Hans-Peter Weskott im Rahmen der Kongress-Pressekonferenz der DEGUM am Donnerstag, den 21. Oktober 2010, im Congress Centrum Mainz. Umfassende Kongressinformationen sowie Fortbildungsbeiträge und Expertenpodcasts zu den Themen des 34. Dreiländertreffens sind unter www.ultraschall2010.de abrufbar.


Terminhinweis:
Kongress-Pressekonferenz
21. Oktober 2010, 11.00 bis 12.00 Uhr,
Congress Centrum Mainz, Dijonsaal, Rheinstraße 66, 55116 Mainz
Eines der Themen: Mit Kontrastmitteln Lebertumore noch sichtbarer machen: Neue Techniken der Kontrastverstärkten Sonografie
Dr. med. Hans-Peter Weskott
Vorstandsmitglied der DEGUM, Leiter Zentrale Sonografie Abteilung, Klinikum Siloah, Klinikum Region Hannover

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