Kontrastmittel sorgt für besseres Ultraschallbild

01.10.2008 | DEGUM Pressemitteilungen, Pressemitteilungen 2008

Diagnostischer Ultraschall mithilfe von Kontrastmittel hilft Ärzten dabei, gutartige Geschwulste von bösartigen Tumoren in der Leber zu unterscheiden. Dem Patienten bleiben dadurch belastende Untersuchungen erspart. Dies belegt eine bundesweite Studie. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) diskutieren die Ergebnisse und weitere Anwendungsgebiete des Kontrastmittelultraschalls heute in Berlin.

Für Patienten bleibt es eine Ultraschalluntersuchung wie bisher: Mit dem Schallkopf fährt der untersuchende Arzt den Körper im Bereich der Leber ab, um das Gewebe am Bildschirm darzustellen. Der einzige Unterschied: Der Arzt leitet zu Beginn wenige Milliliter eines gashaltigen Kontrastmittels in eine Vene im Arm des Patienten. Die Gasbläschen sind etwa halb so groß wie rote Blutkörperchen. Deshalb gelangen sie selbst in die kleinsten Gefäße. Die Mikrobläschen reflektieren die Ultraschallwellen. „Bereits wenige Sekunden nach der Injektion können wir beobachten, wie das Kontrastmittel in den Leberarterterien anflutet“, sagt DEGUM-Vorstandsmitglied Dr. med. Hans-Peter Weskott vom Klinikum Siloah, Klinikum Region Hannover. In den folgenden fünf Minuten erkennt der Arzt an charakteristischen Durchblutungsmustern, ob es sich um einen gutoder bösartigen Tumor handelt.

Die Treffsicherheit der Kontrastmittelsonografie an der Leber beträgt mehr als 90 Prozent, erläutert Privatdozentin Dr. Deike Strobel von der Universität Erlangen. Sie ist Erstautorin einer Studie, welche die DEGUM in 14 Kliniken an 1349 Patienten durchgeführt hat: Nach der Ultraschalluntersuchung nahmen die Ärzte entweder eine Gewebeprobe aus der Leber oder führten eine Computertomografie (CT) beziehungsweise eine Magnetresonanz-tomografie (MRT) durch. Auf diese Nachuntersuchungen könne Dank Kontrastultraschall in Zukunft in vielen Fällen verzichtet werden, sagt Dr. Strobel. Patienten wären auf diese Weise keiner Strahlung ausgesetzt, hohe Kosten würden ebenfalls vermieden. Voraussetzung für das Gelingen der Untersuchung sei allerdings ein hohes Ausbildungsniveau der Ärzte. Dr. Strobel: „Die Kontrastmittelsonografie ist keine Anfänger-Untersuchung”. Alle an der Studie beteiligten Mediziner verfügten über ein DEGUM-Zertifikat der Stufe 2 oder 3: Sie mussten nachweisen, zuvor bereits 6 000 beziehungsweise 10 000 Ultraschalluntersuchungen vorgenommen zu haben.

„Das Kontrastmittel ist in klinischen Studien getestet und hat sich als gut verträglich und sehr sicher erwiesen“, sagt Internist Weskott. Die Kontrastmittelsonografie markiert einen neuen Meilenstein in der Entwicklung der Sonografie. Sie erfordert Ultraschallgeräte mit hoher Auflösung und maximaler Empfindlichkeit. Diese stehen bisher nur an wenigen Kliniken zur Verfügung. Die DEGUM setzt sich dafür ein, dass die Methode in den nächsten Jahren verstärkt zum Einsatz kommt. Kosten- und Zeiteinsparungen, die sich aus dem Verzicht auf CT, MRT und Biopsie ergeben, sollten Kassen und Kliniken von der Wirtschaftlichkeit der Kontrastmittelsonografie überzeugen, hofft Dr. Weskott.

Download Pressemitteilung