Immer mehr Menschen erkranken an Leberkrebs

06.06.2012 | Pressemitteilungen 2012

Kontrastultraschall erkennt schon winzigste Tumore

In Deutschland erkranken derzeit jährlich etwa 7 500 Menschen an Leberzellkrebs. Weltweit ist diese Krebsart mit 500 000 bis eine Million Neuerkrankungen pro Jahr der sechsthäufigste bösartige Tumor und die dritthäufigste tumorbedingte Todesursache. Außerdem gelangen bei vielen Krebs¬erkrankungen Tumorzellen über die Blutbahn in die Leber und wachsen dort zu Metastasen heran. Kontrastultraschall hilft Ärzten dabei, Lebertumoren aufzu¬spüren und genau einzugrenzen. Lebermetastasen lassen sich damit bereits im Vorfeld einer Operation genau beurteilen. Anlässlich einer neuen europäischen Leitlinie diskutieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) im Rahmen der Pressekonferenz am 6. Juni über Möglichkeiten und Grenzen des kontrastmittelverstärkten Ultraschalls (CEUS).

Laut Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. nimmt in Deutschland die Leberzell¬krebs-Häufigkeit zu: In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen bei Männern und Frauen verdoppelt. Leberzellkrebs als „primäre“ Krebserkrankung in der Leber entwickelt sich häufig aufgrund einer Hepatitis C-Infektion oder einer Fettleber. Sogenannter „sekundärer“ Leberkrebs entsteht, wenn sich Zellen aus Tumoren in anderen Organen absiedeln, in die Leber wandern und dort Tochtergeschwulste bilden. Dies geschieht häufig etwa bei Darm- oder Magenkrebs. Die Metastasen verursachen in frühen Stadien kaum Beschwerden und werden daher häufig erst spät entdeckt. „Doch gerade das ist wichtig, denn rechtzeitig erkannt, lassen sich Lebermetastasen oft gut therapieren“, erklärt Professor Dr. med. Thomas Albrecht, Chefarzt am Institut für Radiologie und Interventionelle Therapie, Vivantes Klinikum Neukölln, Berlin.

Ultraschall ist in Deutschland das am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin. „Die Sonografie hat den großen Vorteil, dass sie relativ kostengünstig ist, eine sehr weite Verbreitung hat und als mobile Methode jederzeit auch direkt am Patientenbett durchgeführt werden kann“, stellt Professor Albrecht heraus. Mithilfe der Ultraschall¬kontrastmittel lässt sich mittlerweile eine Reihe von sonografisch gut zugänglichen Organen, darunter auch die Leber, in vorher ungeahnter Qualität darstellen. Bei Lebertumoren bietet die Kontrastsonografie inzwischen eine nahezu 100-prozentige Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Gewebsveränderungen. Damit ist der kontrastverstärkte Ultraschall mittlerweile eine Methode, mit der Ärzte Lebererkrankun¬gen sicher und präzise diagnostizieren beziehungsweise ausschließen können. In vielen Fällen können dadurch kostenintensivere Folgeuntersuchungen wie CT, MRT oder auch die Gewebeprobeentnahme vermieden werden.

„Nicht zuletzt sind kontrastverstärkte Sonografie, CT und MRT komplementäre Verfahren, die bei sinnvoller Kombination für Patienten und Ärzte das optimale Ergebnis erzielen“, sagt Professor Albrecht. In vielen Kliniken wenden Untersucher den kontrast¬verstärkten Ultraschall in der Krebsdiagnostik an. Die DEGUM setzt sich für ihre qualifizierte Ausbildung ein. „Damit eine hohe Qualität in der Diagnostik gewährleistet ist, sollten nur Ärzte mit entsprechender Aus- und Weiterbildung den kontrastverstärkten Ultraschall anwenden“, betont DEGUM-Vizepräsident Professor Dr. med. Dieter Nürnberg aus Neuruppin. Auf der heutigen Pressekonferenz erläutern die Experten den Einsatz von CEUS auf verschiedenen Gebieten, darunter auch bei der Diagnostik von Lebertumoren.

Im Internet:

DEGUM http://www.degum.de
EFSUMB http://www.efsumb.org/intro/home.asp
Leitlinie http://www.efsumb.org/asp/detail00.asp?ref=280&url=/intro/home.asp?ref=1

 

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