Brustkrebsdiagnostik mittels Ultraschall

03.12.2010 | Pressemitteilungen 2010

Kombination der Verfahren sichert Diagnose

In Deutschland erkranken jährlich rund 57 000 Frauen an Brustkrebs. Damit Mammakarzinome frühzeitig erkannt werden, haben Frauen zwischen 50 und 69 Jahren Anspruch auf eine zweijährliche Röntgenreihenuntersuchung der Brust. Doch bei dichtem Brustgewebe versagt diese Mammografie mitunter. Bei diesen Frauen ist Ultraschall die geeignetere Methode. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) diskutieren neueste Ultraschallverfahren in der Früherkennung von Brustkrebs  im Rahmen einer Pressekonferenz am 24. November 2010 in Berlin.

„Studien haben gezeigt, dass die Kombination aus Mammografie und Sonografie die Krebsentdeckungsrate gegenüber der Mammografie als einzige Untersuchungsmethode um sieben bis 40 Prozent steigert“, erläutert Professor Dr. med. Alexander Mundinger, Chefarzt der Klinik für Radiologie am Marienhospital Osnabrück. Die weite Spanne erkläre sich teilweise dadurch, dass der Erfolg der sonografischen Untersuchung stark von der Dichte des Brustgewebes abhänge – je dichter das Brustgewebe, desto vielversprechender ist die Entdeckung von Krebs durch den Ultraschall. In der 2008 publizierten ACRIN Studie wurden bei 2800 untersuchten Frauen mit hoher Brustdichte 40 Karzinome gefunden. Davon wurden zwölf nur durch eine Mammografie, zwölf nur durch Sonografie, acht durch eine Kombination aus beiden Untersuchungsmethoden und weitere acht zunächst überhaupt nicht diagnostiziert. „Diese Ergebnisse zeigen, dass man die besten Entdeckungsraten erzielt, wenn sich verschiedene Untersuchungsmethoden ergänzen. Ultraschall und Mammografie sind in ihrem physikalischen Prinzip wie Ohren und Augen des untersuchenden Arztes. Auf keinen dieser Sinne sollten wir verzichten“, betont der DEGUM-Experte.

Vor allem Frauen unter 40 Jahren, aber auch ältere haben mitunter ein dichtes Brustgewebe. Bei ihnen liefert die Röntgenuntersuchung oft keine eindeutige Diagnose. Gerade bei jungen Frauen ist die Ultraschalluntersuchung der Brust deshalb das Untersuchungsverfahren der Wahl: „Die sonografische Mammadiagnostik entwickelt sich fortwährend weiter – heute stehen uns eine Reihe von Spezialtechniken zur Verfügung, die die Entdeckungsquote und die Charakterisierungsmöglichkeiten von Tumoren ständig verbessern“, sagt Professor Mundinger. Die Dopplersonografie etwa mache die Durchblutung verdächtiger Brustregionen sichtbar. Denn ein Tumor braucht zum wachsen Blutgefäße, die ihn mit Nährstoffe versorgen. Mit der Elastografie lassen zudem sich Unterschiede in der Festigkeit des Gewebes darstellen: Krankes Gewebe ist häufig härter und weniger elastisch als gesundes.

„Ein großer Vorteil der sonografische Brustuntersuchung liegt darin, dass sie die Unterscheidung von gutartigen und bösartigen Tumorenverbessert, moderne Ultraschalltechniken und gute Ausbildung sowie Erfahrung des Arztes vorausgesetzt“, so Mundinger. Die Sonografie kommt deshalb auch zum Einsatz, um unklare Befunde nach einer Mammografie abzuklären und schonend eine sonografisch gesteuerte Gewebeentnahme durchzuführen.

Ultraschall müsse einen höheren Stellenwert in der Brustkrebsdiagnostik bekommen. Denn gerade Frauen mit dichtem Brustgewebe haben ein höheres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Auch wenn die Mammografie als Basisuntersuchung zur Früherkennung zurzeit unverzichtbar ist, empfielt die DEGUM, den qualitätsgesicherten  Brustultraschall als strahlenfreie Zusatzuntersuchung unter Studienbedingungen bei Frauen mit hoher Brustdichte zu überprüfen.
Über Anwendung und Entwicklung der sonografischen Brustkrebsdiagnostik wird Professor Dr. med. Alexander Mundinger auf der Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) am 24. November 2010 in Berlin berichten.

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