Brustkrebs-Rückfälle mit Ultraschall aufspüren

03.12.2010 | Pressemitteilungen 2010

Patientinnen nach Brustkrebs-Therapie schonend nachversorgen

Nach Abschluss einer Brustkrebstherapie sollten betroffene Frauen regelmäßig die in den offiziellen Leitlinien für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms empfohlenen Nachsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Sie dienen der Verlaufskontrolle und zur raschen Diagnose von eventuell wiederauftretendem Brustkrebs oder von Tochtergeschwulsten. Der qualifizierte Einsatz von Ultraschall trägt strahlen- und schmerzfrei zum Beweis oder Ausschluss eines Rückfalls bei. Im Rahmen einer Pressekonferenz am 24. November 2010 in Berlin erläutern Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)  Möglichkeiten und Vorteile der Mammasonografie in der Nachsorge von Brustkrebs.

Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. liegt die relative 5-Jahres-Überlebensrate für Brustkrebspatientinnen in Deutschland derzeit bei über achtzig Prozent. Die Brustkrebs-Nachsorgeuntersuchungen leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Diese sehen nach den aktuellen Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (AGO) eine regelmäßige fachärztliche Begleitung in den Jahren nach Abschluss der Brustkrebsbehandlung vor. So können mögliche Rückfälle oder Absiedelungen von Tumorzellen – sogenannte Metastasen – früh erkannt und behandelt werden. Die Nachsorge-Untersuchungen beinhalten in den ersten drei Jahren nach Abschluss der Therapie alle sechs Monate eine Kombination von Mammografie und Mammasonografie der vom Krebs betroffenen Brust sowie einmal jährlich eine Mammografie beider Brüste. Bei verdächtigen Befunden entnimmt der Arzt unter Ultraschallsicht eine Gewebeprobe, anhand der er einen Rückfall beweisen oder ausschließen kann.

„Der Vorteil der Mammasonografie ist, dass sonografisch gestützte Biopsien auch in der Nähe von Brustimplantaten durchführbar sind“,  erklärt Professor Dr. med. Jens-Uwe Blohmer, Chefarzt der Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Leiter des Brustzentrums City, Sankt Gertrauden-Krankenhaus in Berlin. Nach brusterhaltenden Operationen mit aufwändigen Rekonstruktionsmethoden komme es zudem häufig zu schmerzhaften Flüssigkeitsansammlungen – sogenannten Seromen – im Gewebe der operierten Brust. „Eine sonografisch gestützte Punktion und Entlastung von Seromen bringt der Patientin Linderung und begünstigt die Wundheilung“, erläutert Professor Blohmer.
Mittels der Mammasonografie können außerdem bösartige Veränderungen in den Lymphknoten in der Achselhöhle erkannt werden, was mit einer mammografischen Untersuchung nicht möglich sei, so der DEGUM-Experte.
.
Um Patientinnen eine qualitativ hochwertige Versorgung mit der Mammasonografie zu gewährleisten, hat die DEGUM ein dreistufiges Kurssystem als Weiterbildungsangebot für Ärzte entwickelt. Die Kurse umfassen Grundlagenkenntnisse über die Mammasonografie, ihren Einsatz in der Praxis, den Erfahrungsaustausch mit hochspezialisierten ärztlichen Kollegen bei Fragen und Problemen und die Vermittlung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. Bei der Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) am 24. November 2010 in Berlin erörtert Professor Blohmer diagnostische Möglichkeiten der Mammasonografie sowie die Qualitätssicherung in ihrer Anwendung durch erfahrene und gut ausgebildete Ärzte.

Download Pressemitteilung