Bruskrebs rasch und ohne Operation abklären

03.12.2010 | Pressemitteilungen 2010

Mit Hilfe von Ultraschall und einer Gewebeprobe kann ein Arzt in der Praxis sehr gezielt, risikoarm und schnell abklären, ob ein Knoten in der Brust einer Patientin gut- oder bösartig ist: Das Ergebnis liegt meist schon innerhalb von 24 Stunden vor. Krankenkassen honorieren diese ambulante Untersuchung von Brusttumoren unzureichend. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) würde für eine Honorierung von ambulant durchgeführten ultraschallgestützten Untersuchungen entsprechend den klinischen Vorgaben begrüßen. Im Rahmen einer Pressekonferenz am 24. November 2010 in Berlin, diskutieren Experten der DEGUM neueste Entwicklungen in der Mammasonografie.

Mittels bildgebender Verfahren wie Ultraschall entdecken Ärzte heutzutage Tumoren, Zysten und andere gewebliche Veränderungen schon im frühen Stadium: „Hochauflösende Ultraschallscanner mit einer Frequenz von 12 MHz bis 18 Megahertz können Veränderungen in der Brust ab einer durchschnittlichen Größe von fünf Millimetern gut erkennen“, erläutert Professor Dr. med. Dr. h. c. Friedrich Degenhardt, Leiter des Arbeitskreises Mammasonografie der DEGUM, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde am Franziskus Hospital in Bielefeld und Leiter des Brustzentrums Bielefeld-Herford. Die Technik bietet zahlreiche Vorteile, so der Mammasonografie-Experte: „Zum einen können wir nicht-tastbare Tumoren vor einer OP markieren, zum anderen lassen sich Tumoren unter Ultraschallsicht in Lokalanästhesie ambulant abklären.“ Denn eine Veränderung in der Brust muss nicht immer Krebs bedeuten.

Ob die Geschwulst gut- oder bösartig ist, zeigt erst eine Gewebeprobe. Bislang war dafür ein operativer Eingriff notwendig. Nicht jedoch bei einer unter Ultraschallsicht durchgeführten nicht-invasiven Biopsie. Dafür platziert der Frauenarzt im verdächtigen Bereich auf der Brust einen Ultraschallkopf und hat damit den Knoten am Bildschirm genau im Blick. Anschließend sticht er, nach Plazierung der einer Stanznadel mit hoher Geschwindigkeit exakt in den Tumor und entnimmt drei bis fünf Gewebeproben. Die Patientin benötigt dafür lediglich eine örtliche Betäubung. Das Verfahren birgt kaum Risiken und ist nahezu schmerzfrei. „Patientinnen müssen zur Gewebeentnahme nicht extra ins Krankenhaus und das Ergebnis des Befundes liegt meist schon innerhalb eines Tages vor“, sagt Professor Degenhardt. Kosten für einen mehrtätigen stationären Aufenthalt in der Klinik würden so eingespart. Die rasche Befundmitteilung bedeute eine große psychische Entlastung für betroffene Frauen. Erst wenn das Ergebnis der nicht-invasiven Biopsie für einen bösartigen Brusttumor spreche, müsse eine operative Behandlung in der Klinik erfolgen.

Entsprechend qualifizierte Untersucher entdecken bösartige Tumoren durch eine ultraschallgestützten Biopsie in über 90 Prozent der Fälle. Außerhalb der Krankenhäuser, bei niedergelassenen Ärzten, fehle der derzeit noch der Rahmen in Form einer finanziellen Honorierung. „Speziell ausgebildete niedergelassene Ärzte, die diese Technik ambulant anwenden, müssen für diese Leistung auch finanziell honoriert werden“, fordert Professor Degenhardt. Wie Tumoren mittels Ultraschall entdeckt, risikofrei und zeitnah abgeklärt werden können, erläutert Professor Degenhardt auf einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) am 24. November 2010 in Berlin.

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