11. Berlin-Brandenburgischen Ultraschalltagung

Neuruppin, den 11.01.10

Bericht von der „11. Berlin-Brandenburgischen Ultraschalltagung“ in Berlin, 12. - 14. November 2009

 

Seit 1991 findet die „Berlin-Brandenburgische“ oder von Insidern auch „BB“ genannt in 1 1/2- jährigem Rhythmus in Berlin und Brandenburg im Wechsel statt. Die Organisatoren aus Berlin und Umgebung haben sich geringfügig „verjüngt“ (vgl. www.ultraschalltagung-bb.de). Die Referenten der „BB“ sind DEGUM-Seminarleiter der Sektionen Innere, Radiologie, Chirurgie und Pädiatrie sowie verschiedene Gäste. Die treuesten Gäste mit 11 mal dabei sind übrigens Harlad Lutz, Wolf Schwerk und Christian Jakobeit.

Die BB ist ein regionaler Fortbildungskongress getragen von den DEGUM-Sektionen Innere, Radiologie und Pädiatrie, der seinen Schwerpunkt u.a. in interdisziplinären Workshops sieht. 2009 kamen mehr als 300 Teilnehmer nach Berlin (Tagungszentrum „Katholische Akademie“ mitten im Zentrum nicht nur preiswert sondern auch sehr funktional !), was den postitiven Trend der letzten Jahre unterstreicht. Das Konzept, die „BB“ in diesem Jahr mit dem „13. Berliner Sonotag“ zusammenzulegen ging damit voll auf.

Rege Diskussion beim Stufe II Treffen

Erstmalig veranstalteten die Sektionen Innere und Radiologie im Vorfeld ein Ausbildertreffen der Stufe 2 (Leitung: Schuler, Dirks, Delorme, Strobel, Nürnberg). Neben Berufspolitik (Ausbildungsfragen) wurde den Teilnehmern ein  anspruchsvolles wissenschaftliches Programm geboten, über Studien diskutiert und über Organisationsstrukturen beraten. Stufe-2-Leute und die BB-Referenten verbrachten gemeinsam einen unterhaltsamen Abend im Chamaeleon am Hackeschen Markt.

Bevor es richtig losging begeisterte Wilhelm von Boddin im Festvortrag die Teilnehmer für den Schlossneubau und verbreitete hauptstädtisches Flair. Anspruchsvolle aber praxisnahe wissenschaftliche Sitzungen zu den Themen „Akute Pankreatitis“ (Nürnberg, Jakobeit, Delorme, Dirks, Bunk, Möller, Dietrich) und „Kontrastmittelsonographie – CEUS-update 2009“ (Delorme, Schuler, Dietrich, Bunk, Dirks, Schwerk) bestimmten den 1. Kongresstag. Im CEUS-Meeting versuchten die Referenten folgende Fragen zu beantworten: wo hat sich CEUS durchgesetzt; was hat CEUS nicht gehalten; welche Fragen sind in der Zukunft zu klären? Die Workshops zwischen den Sitzungen waren erneut hoch begehrt als praxisnahe Anleitung zu weiterem Tun. Darunter der Schwerk´sche Beitrag zu „CEUS bei tumorösen und entzündlichen Nierenerkrankungen“ am meisten nachgefragt, gefolgt von der Schilddrüsensonographie (Frentzel-Beyme) und den diffusen Lebererkrankungen (Dietrich u. Gottschalk). Fast 350 WS-Teilnahmen bestätigten das WS-Konzept. Weitere WS: Herniendiagnostik (Bunk, Kämmer), Sonographie in der Notfallmedizin (Mathis, Kämmer, Müller), Lungenarterienembolie (Jenssen, Schuler, Mathis) und für die Pädiater Schädel-Sonographie (Jüngert) sowie Weichteil-Sonographie (Riebel).

Belebte Ausstellung

Der Samstag wurde als 13. Berliner Sonotag“, traditionell von Gottschalk und Jenssen gestaltet Die Frage „(Wie) geht es weiter mit Ultraschall?“ wurde beantwortet mit Beiträgen zur Historie (Bundschuh), zu den Highlights der Gegenwart (Nürnberg) und zur Zukunft des Ultraschalls (Lutz). Im 2. Teil folgten praktische Algorithmen demonstriert an Fallbeispielen zu Fragen des „unklaren Leberherdes“ ( Dietrich), „vergrößerten Lymphknoten“ (Jenssen), „linksseitigem Flankenschmerz“ (Kämmer), „linksseitigem Unterbauchschmerz“ (Möller), „Luftnot“ (Mathis), „rechtsseitigem Oberbauchschmerz mit u. ohne Ikterus“ (Schuler u. Gottschalk). Eine engagierte Diskussion belohnte Referenten und Auditorium.

Das Schwesternseminar

Wie schon 2008 wurde erneut ein Fortbildungsseminar für Assistenzpersonal in der Sonographie angeboten, das mit 40 Teilnehmern erfreulich gut angenommen wurde (einige darunter weit gereist !). Schwestern und Pfleger bewiesen durch engagiertes Mitmachen, dass sie Bedarf und Anspruch nach Fortbildung im Bereich der Sonographie sehen und die Ansprüche an die Assistenz ständig wachsen. Fragen zu Hygiene, technische Untersuchungsbedingungen, Assistenz bei CEUS oder Interventionen und zum Umgang mit schwierigen Patienten und Kollegen waren im Programm enthalten. Den Abschluss bildete eine durchaus kontroverse Diskussion zur Frage der Delegierung von US-Leistungen, der sich auch die DEGUM in Zukunft nicht verschliessen kann.

Ehrensymposium für Bernd Frentzel-Beyme

Den Abschluss der „BB“ bildete ein Ehrensymposium für Bernd Frentzel-Beyme, an dem sich Freunde und langjährige Mitstreiter mit Beiträgen beteiligten (Bildgebung – Stefan Delorme, Thoraxsonographie – Gebhard Mathis, Prostatasonographie – Hagen Bertermann, Dünndarmerkrankungen – Wolf Schwerk, Entwicklungsperspektiven – Harald Lutz). Die Laudatio, von Dieter Nürnberg gehalten, gab einen Überblick über mehr als 30 Jahre mit dem Ultraschall und der DEGUM verbunden mit einem dicken Dankeschön und der Bitte noch lange mitzumachen.

BB am Abend

Teilnehmer, Referenten und Veranstalter der „11. BB“ waren hochzufrieden ob des hohen Fortbildungsniveaus, der engagierten Mitmache, der schönen unterhaltsamen Abende und der erneut gelungenen familiären Atmosphäre. Zur „12. BB“ im Mai 2011 werden Wilfried Pommerien, Thomas Enzmann und Michael Engst nach Brandenburg an der Havel einladen.

(DN)