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Qualifizierter Ultraschalluntersucher gesucht
Sie sind Patient und Ihnen wurde zur Abklärung einer Erkrankung oder zur Ursachensuche Ihrer Beschwerden eine Ultraschalluntersuchung empfohlen? Oder Sie möchten gerne eine zweite ärztliche Meinung zu einem bei Ihnen erhobenen Ultraschallbefund erhalten? Die DEGUM bietet Ihnen für diese oder ähnliche Situationen eine Liste aller Ärzte in Deutschland an, die ihre Ultraschall-Qualifikation nachgewiesen haben, regelmäßig nachweisen und eine entsprechende Zertifizierung durch die DEGUM besitzen. Finden Sie mit unserer Hilfe einen zertifizierten Arzt des gewünschten Fachgebiets (z.B. Geburtshilfe, Gefäßdiagnostik) in Ihrer Nähe.
Patienteninformation Ultraschall – Sonographie
- Was ist eine Ultraschall-Untersuchung?
- Wie funktioniert Ultraschall?
- Wie läuft eine Ultraschall-Untersuchung ab?
- Vorteile der Sonographie im Vergleich mit anderen Untersuchungsmethoden?
- Wer macht Ultraschall-Untersuchungen?
- Gibt es Nebenwirkungen?
- Moderne Ultraschall-Techniken
- Was kostet eine Ultraschall-Untersuchung?
- Was kann alles mit Ultraschall untersucht werden?
1. Was ist eine Ultraschall-Untersuchung?
Ultraschall-Geräte arbeiten nicht mit Röntgenstrahlen, sondern - wie der Name schon sagt - mit Schallwellen. Diese Wellen liegen mit mehr als 1-30 Mio. Schwingungen pro Sekunde weit oberhalb der menschlichen Hörgrenze. In der Tierwelt dient Ultraschall z.B. Fledermäusen oder Delfinen zur Orientierung.
Ultraschall wurde zunächst als Echolot für Kriegsschiffe im ersten Weltkrieg entwickelt, bis in den 50er Jahren sein Nutzen auch in der Medizin erkannt wurde. Aufgrund der enormen technischen Fortschritte sind Ultraschall-Untersuchungen heute in fast allen Bereichen der Medizin verbreitet und die wohl die am häufigsten angewandte Untersuchungstechnik. Medizinische Untersuchungen mit Ultraschall werden auch als Sonographie bezeichnet.
2. Wie funktioniert Ultraschall?
Bei der Untersuchung wird ein Schallkopf von außen auf die zu untersuchende Körperstelle aufgesetzt, meist nach Aufbringen einer kleinen Menge Gels zum besseren Kontakt. Der Schallkopf sendet kurze Schallwellen, die vom Körper reflektiert werden („Echos“).
Aufgrund dieser Echos berechnet das Ultraschallgerät ein Schnittbild der inneren Organe. Im Gegensatz zu den anfangs noch groben Schwarz-Weiß-Bildern ermöglichen moderne Sonographiegeräte sehr feine, teils auch farbige Bilder mit einer Auflösung deutlich unter 1mm.
3. Wie läuft eine Ultraschall-Untersuchung ab?
Der Patient macht es sich auf der Untersuchungsliege im leicht abgedunkelten Raum bequem: Meist liegt er auf dem Rücken, gelegentlich ist eine besondere Lagerung oder ein kurzzeitiges Anhalten der Luft notwendig. Eine besondere Vorbereitung der Untersuchung ist nicht notwendig, allein für die Diagnostik einiger Bauchorgane (z.B. Gallenblase, Bauchspeicheldrüse) ist es vorteilhaft, wenn der Patient nüchtern ist: er sollte 8 Stunden vor der Untersuchung weder essen noch trinken (insbesondere kein Mineralwasser).
Bei der eigentlichen Untersuchung wird etwas Gel auf die Haut aufgetragen und der Schallkopf über den zu untersuchenden Organen verschoben. Die Untersuchung dauert je nach Fragestellung 5-45 Minuten und ist für den Patienten völlig schmerzfrei.
4. Vorteile der Sonographie im Vergleich mit anderen Untersuchungsmethoden?
Größter Vorteil der Sonographie ist sicherlich die völlige Unschädlichkeit von diagnostischen Ultraschallwellen, insbesondere im Vergleich zur Röntgenstrahlung. Ultraschall kann bedenkenlos auch bei Schwangeren und Kindern angewandt werden. Langjährige Erfahrungen an vielen Millionen Schwangeren haben keinerlei Anhaltspunkte für eine Schädigung ungeborener Babys ergeben. Deshalb ist die Sonographie heute fest in die Überwachung einer normal verlaufenden Schwangerschaft integriert (Vorsorgeuntersuchung zur Entdeckung von Entwicklungsstörungen, kindlichen Missbildungen, auch zur Erkennung von Mehrlingsschwangerschaften).
Moderne Ultraschallgeräte sind mobil und können direkt am Krankenbett, auf Intensivstationen und im OP innerhalb weniger Sekunden Bilder aus dem Inneren des Körpers liefern. Inzwischen gibt es sogar tragbare, akkubetriebene Hochleistungsgeräte zum Einsatz bei Hausbesuchen, in Altersheimen, im Notarztwagen. Die Belastung des Patienten durch Transporte etc. wird dadurch auf ein Minimum begrenzt.
Die DEGUM setzt sich dafür ein, dass die ungefährliche Sonographie überall dort eingesetzt wird, wo sie potentiell gefährliche Untersuchungen wie Röntgendiagnostik und Katheter-Untersuchungen ersetzen kann. Leider werden in Deutschland heute noch zu viele Röntgenuntersuchungen durchgeführt: zusammen mit Japan liegt Deutschland weltweit an der Spitze in der Zahl durchgeführter Röntgenuntersuchungen (bezogen auf die Einwohnerzahl). Z.B. werden hierzulande zweieinhalbmal soviele röntgenuntersuchungen durchgeführt wie in England (Lancet 2004; 363: 345-351)
5. Wer macht Ultraschall-Untersuchungen?
Im Gegensatz zu angelsächsischen Ländern, in denen ausgebildete medizinische Assistenten (sog. „sonographers“) Ultraschalluntersuchungen durchführen, wird die Sonographie in Deutschland in aller Regel von Ärzten durchgeführt. Dies ist vielleicht etwas teurer, führt aber auch zu besseren Ergebnissen, da der behandelnde Arzt die Ultraschall-Informationen sofort für die Behandlung nutzen kann. Es gibt heute viele Spezialanwendungen der Sonographie (s. Nr. 9), die von Fachärzten jeweils in ihrem Gebiet eingesetzt werden.
Leider gibt es bei der Ultraschall-Ausbildung im Medizinstudium und in der Facharztweiterbildung noch vielerorts Defizite. Die DEGUM engagiert sich sehr für eine gute Ultraschall-Ausbildung und bietet an zahlreichen Orten Ausbildungskurse für Ärzte an. Erfahrene Ultrschallanwender können nach Prüfung ein DEGUM-Zertifikat erwerben. Ärzte, die in der Ultraschalldiagnostik und -ausbildung besonders qualifiziert sind, können die Anerkennung als Ausbilder oder Seminarleiter erhalten.
6. Gibt es Nebenwirkungen?
Die krebsauslösende und embryoschädigende Wirkung von Röntgenstrahlen ist heute allgemein bekannt. Deshalb wurde der Frage bei der Einführung der Sonographie einer möglichen Schädigung durch Schallwellen von Anfang an größte Beachtung geschenkt. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall ist u.a. Mitglied einer europäischen und einer internationalen Watchdog-Gruppe, die ständig allen Hinweisen auf mögliche Risiken bei der medizinischen Anwendung von Ultraschall nachgeht.
Alle wissenschaftlichen Untersuchungen wie auch die inzwischen 40-jährige klinische Erfahrung mit der Sonographie haben bestätigt, dass Nebenwirkungen bei den in der medizinischen Diagnostik verwendeten Ultraschall-Energien nicht zu erwarten sind. Auch die Untersuchung von Schwangeren und Kindern ist risikolos möglich!
Die Untersuchung von Embryonen sollte aus Sicherheitsüberlegungen auf die notwendige Zeit beschränkt werden (insbesondere bei Verwendung von Dopplerverfahren). Von längeren Ultraschall-Untersuchungen nur „um das Baby auf den Bildschirm zu beobachten“ wird abgeraten (European Committee for Ultrasonic Radiation Safety).
7. Moderne Ultraschall-Techniken
Die einfache Ultraschall-Untersuchung hat mit der Entwicklung der Computertechnologie in den letzten 20 Jahren enorme Fortschritte gemacht. Von Bedeutung sind insbesondere die verschiedenen Methoden der Doppler-Sonographie (Farbdoppler, Spektraldoppler, Power-Doppler u.a.), die heute fester Bestandteil einer sonographischen Untersuchung sind. Durchblutung von Organen und Gefäßen kann dabei sowohl akustisch als auch optisch durch Kurven oder Farbbilder dargestellt werden. Die Sonographie erlaubt so den Nachweis von Gefäßeinengungen oder Verschlüssen; früher häufig notwendige Untersuchungen wie die Katheter-Angiographie können heute weitgehend durch die risikolose Sonographie ersetzt werden.
Ultraschall-Kontrastmittel: Seit einigen Jahren werden auch im Ultraschall besondere Kontrastmittel (sog. Echosignalverstärker) verwendet. Im Gegensatz zu Röntgen-Kontrastmitteln handelt es sich um winzige Gas- oder Luftbläschen, die sich nach wenigen Minuten von selbst auflösen. Sie sind gut verträglich; da sie kein Jod enthalten, führen sie nicht zu den vom Röntgen bekannten allergischen Reaktionen und können auch bei bekannter Kontrastmittel- oder Jodallergie eingesetzt werden. Der Einsatz von Ultraschall-Kontrastmitteln hat z.B. den Nachweis von kleinen Lebermetastasen verfeinert; auch die Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren ist so treffsicherer und kann vielen Patienten eine Punktion ersparen.
Weitere moderne Techniken sind Panoramabild-Verfahren, 3D-Sonographie, ultraschall-gezielte Punktionen u.v.a. mehr.
8. Was kostet eine Ultraschall-Untersuchung?
Die Sonographie ist eine sehr preisgünstige Untersuchung und kostet viel weniger als z.B. die Computertomographie, Kernspintomographie oder Katheter-Angiographie.
Qualifizierte Untersuchungen erfordern jedoch Erfahrung, ausreichend Zeit und eine moderne Geräteausstattung. Die DEGUM setzt sich seit Jahren dafür ein, dass hohe Qualität auch ausreichend vergütet wird und die Abrechnungsbestimmungen (EBM, GOÄ) den technischen Fortschritten angepasst werden.
9. Was kann alles mit Ultraschall untersucht werden?
Zahlreiche Organe lassen sich heute mit geeigneten Ultraschallgeräten beurteilen. Probleme können jedoch bei stark übergewichtigen Patienten oder bei massiv gasgefüllten Darm auftreten (lufthaltige Organe und Knochen werden von den Ultraschallwellen schlecht durchdrungen und sind deshalb nur eingeschränkt beurteilbar).
Einige Beispiele für Anwendungen der Sonographie:
- Abdomen-Sonographie: Ultraschall-Untersuchung der Bauchorgane: z.B. Leber, Gallenblase, Niere, Darm, Baucharterien
- Echokardiographie: Ultraschall-Untersuchung des Herzens, einschließlich der Herzklappen
- Transösophageale Echokardiographie: Untersuchung des Herzens durch ein dünnes Ultraschall-Endoskop in der Speiseröhre („Schluckecho“). Sehr genaue Beurteilung z.B. von Herzklappenentzündungen oder Blutgerinnseln im Herzen.
- Endosonographie: Ultraschall-Untersuchung durch einen kleinen, in einem Endoskop befestigten Schallkopf. Beurteilung z.B. der Speiseröhre, des Magens oder Darms und der umgebenden Organe.
- Gefäßdoppler: Ultraschall-Untersuchung z.B. der Hals- und Hirnarterien zur Diagnose von Gefäßverengungen oder Untersuchung der Beinvenen vor Krampfader-Operationen
- Gynäkologische Ultraschall-Untersuchung: Beurteilung von Gebärmutter und Eierstöcken
- Untersuchung der Brustdrüse zur Krebs-Früherkennung (wird v.a. von Gynäkologen und Radiologen durchgeführt.
- Geburtshilfe: In der Schwangerscahft überprüft der Arzt Fruchtwassermenge, Plazenta, Lage, Größe und Entwicklung des ungeborenen Babys.
- Vaginale Sonographie: Besonders genaue Beurteilung der gynäkologischen Organe mit einem dünnen Schallkopf, den man schmerzlos in die Vagina einführt
- Gelenkuntersuchung in der Orthopädie und Rheumatologie sowie zur Vorsorgeuntersuchung bei Säuglingen
- Intraoperative Sonographie z.B. in der Neurochirurgie
- u.v.a.m.
Copyright: Dr. med. K. Dirks, Bayreuth
